Fricktal
27 der 32 Fricktaler Gemeinden schreiben ein Plus – in einer sind die Zahlen aber besonders rot

Die Auswertung der Gemeindefinanzstatistik des Kantons zeigt: Die Fricktaler Gemeinden sind bisher recht gut durch die Krise gekommen. Den höchsten Überschuss erzielte Kaiseraugst, am anderen Ende der Skala ist Laufenburg. Das hat seine Gründe.

Thomas Wehrli
Merken
Drucken
Teilen
Kaiseraugst schwingt – auch dank der Präsenz der Pharma- und Chemieriesen – finanziell obenaus.

Kaiseraugst schwingt – auch dank der Präsenz der Pharma- und Chemieriesen – finanziell obenaus.

Nadine Böni (10. Oktober 2013)

Die Fricktaler Gemeinden sind finanziell besser durch das Coronajahr 2020 gekommen, als man erwarten durfte. Dies zeigt eine Auswertung der Gemeindefinanzstatistik des Kantons. Danach konnten 27 der 32 Gemeinden in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden das Jahr mit einem Überschuss abschliessen. Am grössten fiel er, wenig verwunderlich, in der Pharmahochburg Kaiseraugst aus. Hier resultierte am Ende des Jahres ein sattes Plus von gut acht Millionen Franken.

Stärke des unteren Fricktals

Die Gemeinde liegt damit kantonsweit hinter Zofingen, Baden und Spreitenbach an vierter Stelle. Die wirtschaftliche Stärke des unteren Fricktals schlägt sich auch in der Gemeinde­finanzstatistik nieder. So liegen auf den ersten fünf Plätzen alles Gemeinden aus dem Bezirk Rheinfelden.

Laufenburg schnitt – auch wegen eines Sondereffekts – mit der roten Laterne ab.

Laufenburg schnitt – auch wegen eines Sondereffekts – mit der roten Laterne ab.

Nadine Böni (7. Juni 2019)

Die Reihenfolge ist dabei allerdings mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen, da es immer auch eine Momentaufnahme ist. Rechnet man die Ergebnisse der Gemeinden zusammen, so kommt der Bezirk Rheinfelden auf ein Plus von gut 23,5 Millionen Franken, der Bezirk Laufenburg auf ein Plus von 5,8 Millionen Franken; das untere Fricktal schnitt somit gut viermal besser ab als das obere.

Minus-Gemeinden alle im oberen Fricktal

Oder nochmals anders formuliert: Kaiseraugst erreichte das grössere Plus als sämtliche Gemeinden im oberen Fricktal – selbst wenn man jene nicht berücksichtigt respektive gegenrechnet, die mit einem Minus abgeschnitten haben. Die Gemeinden, die ein ­Minus schrieben, liegen allesamt im oberen Fricktal.

Bei vier der fünf Gemeinden liegt das Minus im tiefen sechsstelligen Bereich. Einzig Laufenburg schiesst oben heraus. Hier beläuft sich das Minus auf 1,22 Millionen Franken. Laufenburg hat damit das drittschlechteste Resultat aller Gemeinden im Kanton erzielt. Nur in Suhr und Lupfig war das Minus noch höher. Besteht Grund zur Sorge? Nein, sagt Gemeindeammann Herbert Weiss. Er erklärt:

«Das Minus ist auf einen Sondereffekt zurückzuführen.»

Die Aktiensteuern seien vom Kanton für die Vorjahre zu hoch berechnet worden. «Im letzten Jahr mussten wir diese zurückvergüten.»

Ohne diesen Sondereffekt wäre die Gemeinde eben herausgekommen, so Weiss. «Wir haben die Situation analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass wir weiterhin mit einem Steuerfuss von 108 Prozent planen können», sagt Weiss, fügt dann hinzu: «Ausser Corona macht uns einen Strich durch die Rechnung.»

Folgen von Corona lassen sich noch nicht abschätzen

Abschätzen lassen sich die Auswirkungen der Coronakrise noch nicht abschliessend. ­Krisen schlagen sich in der ­Regel erst mit einer gewis sen zeitlichen Verzögerung in den Gemeindefinanzen nieder.

Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, welche ­finanziell auf die Gemeinden zukommt. Das neue Entlohnungssystem für Lehrpersonen etwa bringt den Gemeinden ab 2022 Mehrkosten und für dieses Jahr werden den Gemeinden, die Anspruch haben, letztmals Übergangsbeiträge im Rahmen des neuen Finanzausgleichs ausbezahlt. Wie sich dies auf die Gemeinderechnungen auswirkt, wird erst die Rechnung 2022 zeigen.
Thomas Wehrli