Frick

Fricker Schleichwege verlieren ab 2013 ihre Attraktivität

Beliebte Schleichwegvariante: Von Gipf-Oberfrick via Eisenbahnbrücke den Juraweg hinunter. HOT

Beliebte Schleichwegvariante: Von Gipf-Oberfrick via Eisenbahnbrücke den Juraweg hinunter. HOT

Die Bewilligung des Verpflichtungskredits an der Gemeindeversammlung vorausgesetzt, kann im Herbst die Realisierung der Tempo-30-Zone im Gebiet Rain/Gänsacker in Frick in Angriff genommen werden.

Die Fricker Stimmbürger werden an der Einwohnergemeindeversammlung vom 15. Juni unter anderem einen Verpflichtungskredit von 97200 Franken für die Einführung einer Tempo-30-Zone im Gebiet Rain/Gänsacker zu bewilligen haben. Als Einstimmung auf dieses Traktandum hatte der Gemeinderat auf Montag zu einem Informationsabend eingeladen.

Auch wenn sich nur gerade um die 25 Personen in der Aula des Oberstufenzentrums eingefunden hatten, zeigte sich doch, wie sehr das Thema die Gemüter zu bewegen vermag. Vor allem dann, wenn die Neuerungen «direkt vor der Haustüre» geplant sind. Gemeindeammann Anton Mösch stellte zwischendurch fest: «Wir sind alles Verkehrsexperten, aber ein jeder sieht es halt etwas differenzierter.»

Attraktive Schleichwege

In seiner Botschaft zur Gemeindeversammlung betont der Gemeinderat, dass zahlreiche Anfragen belegen, dass im Gebiet Rain/Gänsacker ein Bedürfnis nach Lenkungsmassnahmen besteht, weshalb er vom Fachbüro Belloli in Aarau ein Gutachten einholen liess. Raum- und Verkehrsplaner Thomas Belloli stellte am Montagabend das Konzept vor und betonte: «Die Massnahmen sind sowohl nötig als auch zweck- und verhältnismässig.» Als wesentlichste Auswirkungen erwähnte er «kaum Verkehrsverlagerungen oder auch allenfalls unattraktive Schleichwegfahrten.»

In diesem Zusammenhang wiesen Bürger darauf hin, dass unter anderem der Königsweg oder auch die Route von Gipf-Oberfrick via Bahnbrücke den Rain hinunter immer stärker als Schleichwege benützt werden. Zur Forderung, die sich auf Fricker Gemeindegebiet befindliche Bahnbrücke einfach zu sperren, stellte Anton Mösch fest: «Das wäre keine echt freundnachbarliche Aktion, also besser eine Tempo-30-Zone einführen.» Es sei aber nicht etwa so, dass der Gemeinderat einfach flächendeckend Tempo 30 einzuführen gedenke: «Vielmehr schauen wir Quartier für Quartier sauber an und kommen dann mit bedarfsgerechten Massnahmen.»

Verstärkte Polizeikontrollen

Gemeinderat Thomas Stöckli informierte über die Erfahrungen mit den auf Fricker Gemeindegebiet bereits eingeführten Tempo-30-Zonen: «Das Resultat ist sehr erfreulich. Beispielsweise im Gebiet Weiherweg, das eigentlich als Sorgenkind galt, konnte mit Tempo 30 in Bezug auf Sicherheit ein entscheidender Durchbruch erzielt und auch eine wesentliche Temporeduktion erzielt werden.»

Zudem wurde vonseiten des Gemeinderates betont, dass es auch darum gehe, Raser zur Vernunft zu bringen, aber: «Das kann eben nur mit richterlichem Verbot erreicht werden.» Zur Forderung aus dem Publikum nach einem Fussgängerstreifen im Gebiet Schulanlage Ebnet/Postautohaltestelle stellte Anton Mösch fest: «Der Kanton ist in Bezug auf neue Fussgängerstreifen sehr zurückhaltend, es ist also nicht unser Wille, dass dort noch nichts geschehen ist. Wir haben bereits drei Eingaben gemacht und blitzten dreimal ab. Wir wissen, dass es schlimm ist, aber wir kommen einfach nicht durch. Dies gilt übrigens auch für Postauto Aargau.» Kritisiert wurde gleich mehrmals die Situation im Bereich Schwimmbad; insbesondere «die Mode, dass Eltern einfach auf der Strasse anhalten und ihre Kinder ausladen.» Anton Mösch betonte, dass die Regionalpolizei wohl regelmässig dort vorbei schaue, aber: «Es wird wohl nur etwas nützen, wenn sie ihre Kontrollen intensiviert.»

Realisation ab Herbst 2012

Hanssepp Vogel bedauerte, dass nicht noch zusätzliche Massnahmen in das Projekt aufgenommen wurden, insbesondere bedürfe es solcher auch für die Gewährung der Sicherheit für Autofahrer. Zudem forderte er die Sanierung und die Erstellung eines Trottoirs auf dem Strassenteilstück von der Bahnbrücke bis zum Hasenweg. Anton Mösch versprach, alle vorgebrachten Anregungen aufzunehmen, aber: «Es ist allen klar, dass nicht alles und jedes in die Tat umgesetzt werden kann. Zudem wird es immer Friktionen geben, aber es geht ja schliesslich auch um ein Geben und Nehmen.» Bauverwalter Harri Widmer stellte den Projektfahrplan vor: «Nach der Zustimmung an der Gemeindeversammlung folgt im August die öffentliche Auflage. Läuft alles planmässig, wird das Projekt im Herbst/Winter 2012/13 realisiert.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1