Online-Petition
Fricker kämpft jetzt gegen Standgebühren – Rheinfelder für Solarstrom

Erste Petitionen aus der Region Fricktal sind auf petitio.ch aufgeschaltet – Marktstände sollen für Einheimische kostenlos werden.

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An Märkten in Frick sollen einheimische Dorfläden für ihre Stände keine Standgebühr mehr entrichten müssen, fordert René Picard auf der Plattform petitio.ch.

An Märkten in Frick sollen einheimische Dorfläden für ihre Stände keine Standgebühr mehr entrichten müssen, fordert René Picard auf der Plattform petitio.ch.

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Ladenbesitzer aus Frick, die an einem der traditionellen Fricker Märkte einen Stand betreiben, sollen künftig keine Standgebühr mehr bezahlen müssen. «Ein kleines Zeichen» wäre dies für die Gewerbetreibenden, ist René Picard überzeugt.

Seine Forderung hat er als Petition auf der von der «Nordwestschweiz» neu lancierten Plattform petitio.ch platziert. Bis gestern Abend hat er im digitalen Raum sechs Unterstützer gefunden.

Machen Sie mit

petitio.ch ist die neu lancierte Petitions-Plattform der «Nordwestschweiz», zu der auch diese Zeitung gehört. Jeder Bürger kann einfach und schnell ein lokales Anliegen aufschalten und dafür Unterstützer sammeln. Bei genügend Stimmen wird die Petition von uns der zuständigen Gemeinde übermittelt. Mehr Infos auf petitio.ch.

Auch Markus Kunz aus Frick hat seine Idee auf petitio.ch gestellt. Das unglaublich schnelle Wachstum habe auch den Bezirk Laufenburg und speziell die Region Frick erreicht, schreibt er. Weil die Infrastrukturen dem Wachstum hinterherhinken, bestehe die Gefahr, dass die hohe Lebensqualität abnehme.

Kunz fordert deshalb mehr Nachhaltigkeit. Als Lösung schlägt er nachhaltigere Wachstumsstrategien, zurückhaltende Landverkäufe in Zeiten der Vollbeschäftigung und langfristig definierte Wachstumsraten vor.

Der Rheinfelder Peter Scholer seinerseits wünscht sich eine «Pionierrolle» seiner Stadt in Sachen Nutzung von Sonnenenergie. «Die Bauvorschriften müssten insofern geändert werden, dass Anträge zur Nutzung der Sonnenenergie auf geschützten Bauten überhaupt möglich sind», so Scholer.

Er betont, dass dies «kein Freipass zur Überpflasterung der Altstadtdächer» sein solle. Scholer führt derzeit mit sieben Unterstützern das fricktalinterne Petitionsranking an. Die am ersten Tag erfolgreichste Petition stammt übrigens aus Aarau. Dort fordert ein Petitionär, dass in einem Pilotprojekt Clubs drei Monate lang bis um 6 Uhr morgens geöffnet sein dürfen.

Bedenken bei Gemeinden

Mit der neuen Plattform möchte die «Nordwestschweiz» die Bürgerbeteiligung auf lokaler Ebene einfacher und attraktiver werden lassen. «Es ist wichtig, dass sich die Bürger einbringen, das passiert heute fast zu wenig», sagt auch der Gansinger Gemeindeammann Mario Hüsler, «vielleicht geht das via Plattform einfacher.»

Er hält petitio.ch denn auch für eine «interessante» Idee, äussert aber gleichzeitig auch eine Sorge: «Für die Gemeinden könnte es mehr Arbeit geben.» In die gleiche Richtung gehen auch die Bedenken des Mettauertaler Gemeindepräsidenten Peter Weber. «Ich befürchte, dass uns Wichtigtuer viel Arbeit machen», sagt er.

Genügend Gleichgesinnte zu finden, sei online nicht so schwierig. «Ob es aber wirklich gelingt, neue Leute für die Demokratie zu begeistern, ist offen», so Weber, der sich selber als «Demokratie-Fan» bezeichnet.

Den Aspekt der «Betroffenheitspolitik» bringt der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni ins Spiel: «Man beteiligt sich, wenn es einen betrifft, und danach ist das Interesse wieder vorbei.» Diese Gefahr bestehe auch bei der neuen Plattform.

Böni sieht bei petitio.ch jedoch auch Vorteile: «Die Plattform verfolgt eine gute Absicht, es ist wertvoll, dass sich Bürger auf einfache Art und Weise politisch beteiligen können.»