Frick

Frick verhandelt mit den Fahrenden auf dem Sportplatz

Frühmorgendliche Campingidylle der Schweizer Fahrenden auf der Zirkuswiese in Frick. Sabina Galbiati

Frühmorgendliche Campingidylle der Schweizer Fahrenden auf der Zirkuswiese in Frick. Sabina Galbiati

Die Zirkuswiese beim Sportplatz Ebnet in Frick scheint bei Schweizer Fahrenden heiss begehrt zu sein. Nachdem sich die Gemeinde mit dem Antragsteller auf 10 Wohnmobile geeinigt hatte, stehen nun 20 Wagen auf der Zirkuswiese bei der Sportanlage.

Nun muss neu verhandelt werden. Zur Diskussion stehen insbesondere der Wasser- und der Stromverbrauch. Seitens der Gemeinde betont Gemeindeschreiber II, Franz Wülser: «Wir wollen die Fahrenden keinesfalls abzocken, und die Zusammenarbeit funktioniert bisher gut.» Ausgehandelt war ursprünglich eine Platzpauschale von 400 Franken für 10 Wohnmobile. Darin inbegriffen ist die Nutzung des Platzes während der fünfwöchigen Sommerferien sowie der Wasser- und Stromverbrauch. «Dass nun plötzlich 20 Wohnmobile auf der Wiese stehen, war nicht unsere Absicht», erklärt der Antragsteller der Fahrenden. «Wir werden an einer Lösung arbeiten, weil wir sehr daran interessiert sind, dass die Zusammenarbeit mit der Gemeinde weiterhin gut funktioniert.»

Lösung in Aussicht

Während die Wasserversorgung weiter in der Pauschale inbegriffen bleibt, will die Gemeinde den Stromverbrauch neu als separaten Aufwand verrechnen. Grund dafür ist der enorme Mehraufwand für Installation, Sicherheitsmassnahmen und den grösseren Stromzähler. «Wären es nur 10 Mobile, hätte man einfach einen Anschluss und Stromzähler der Schulanlage nutzen können, aber so muss jemand vom AEW kommen und einen Extraanschluss installieren. Das kostet einiges mehr», erklärt Wülser. Zudem gehe dieses Geld nicht an die Gemeinde, sondern an das AEW. Um welchen Betrag es sich handeln wird, ist derzeit noch offen, er liegt in der Grössenordnung von 800 Franken.

Sorge um die Sauberkeit der Wiese

Weil es für die Gemeinde keine Rolle spielt, ob 10 oder 20 Wagen den Zirkusplatz belegen, will man die Platzpauschale von 400 Franken nicht erhöhen. Viel wichtiger sei es, so Georg Schmid, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Frick, dass der Platz am Schluss sauber übergeben werde. «Die Wiese wird ohnehin immer gemäht und ist zum Nutzen da, aber wir werden sehen, wie das Land am Ende der Sommerferien ausschaut.» Bis dahin sind Fahrende aus St. Gallen, Schwyz und anderen Kantonen auf der Zirkuswiese stationiert. Auch Schmid betont, dass es bisher keine nennenswerten Vorkommnisse gegeben habe. «Wenn jemand reklamiert, sind es meistens jene Anwohner, die sich auch über den Zirkus und Vereinsanlässe beschweren», erklärt Schmid.

Anwohner gespaltener Meinung

Die Anwohner am Sportplatzweg wurden überrascht. «Sie haben bei mir geklingelt und gefragt, ob sie gegen Bezahlung Wäsche waschen dürfen», erzählt eine Anwohnerin. Ein Ehepaar berichtet: «Wir haben sie bei uns dreimal waschen lassen, aber wollten kein Geld dafür.» Dass andere Anwohner über Lärm klagen und die Kinder vom Spielplatz der heilpädagogischen Schule vertreiben, stösst bei ihnen auf wenig Verständnis: «Was den nächtlichen Lärm betrifft, so können wir uns kaum beklagen. Es ist ruhiger, als wenn der Zirkus da ist», erklärt der Ehemann weiter. Auch andere Leute in der Nachbarschaft berichten, dass es meistens ruhig sei, nur einmal habe man ein Geburtstagsfest gefeiert. Da sei erst nachts um eins Ruhe eingekehrt. «Aber das machen die Sesshaften schliesslich auch», sagt ein Mann.

Indes wünschen die Fahrenden seitens der Bevölkerung mehr Offenheit und weniger Aggressivität. «Die Leute sollten einfach mal bei uns vorbeischauen, wir offerieren gerne einen Kaffee oder etwas zum Knabbern», sagt Elsa und hofft, dass ihre Kinder wieder auf den Spielplatz der heilpädagogischen Schule dürfen.

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