Frick
«Gewerbe vor Ort» ist abgesagt: Die Zertifikatspflicht könnte der Veranstalter nicht stemmen

Die Fricker Gewerbeausstellung vom 1. bis 3. Oktober fällt aus. Der finanzielle und organisatorische Aufwand, die Einhaltung der 3-G-Regel sicherzustellen, ist zu gross. Nun richtet sich der Blick von OK-Präsident Bernhard Stöckli auf 2023/2024.

Thomas Wehrli
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«Gewerbe vor Ort» geht nun selber auf Zeitreise: Die Ausstellung im Oktober wurde abgesagt. Wann die nächste Gewerbeausstellung in Frick stattfindet – im Bild die Expo 2017 – ist noch offen.

«Gewerbe vor Ort» geht nun selber auf Zeitreise: Die Ausstellung im Oktober wurde abgesagt. Wann die nächste Gewerbeausstellung in Frick stattfindet – im Bild die Expo 2017 – ist noch offen.

Bild: Horatio Gollin (7. Oktober 2017)

Mit ihrem neuen Konzept «Gewerbe vor Ort» versprach die Gewerbeausstellung in Frick ein Highlight unter den Messen im Aargau zu werden. Doch daraus wird, vorerst, nichts. «Wir haben die Gewerbeausstellung abgesagt», sagt OK-Präsident Bernhard Stöckli am Donnerstag. Der Entscheid, die Gewerbeschau vom 1. bis 3. Oktober nicht durchzuführen, fiel am Mittwochabend.

Grund für die Absage ist die Ankündigung des Bundesrates, eine massive Ausdehnung der Zertifikatspflicht zu prüfen. Kommt sie, fällt auch die Gewerbeausstellung unter die 3-G-Regel. Das heisst: Aufs Gelände darf nur, wer getestet, genesen oder geimpft ist – und dies auch nachweisen kann. Dies müssen die Veranstalter sicherstellen. «Dies können wir weder vom Aufwand noch vom Gelände her stemmen», sagt Stöckli und schiebt nach:

Bernhard Stöckli, OK-Präsident.

Bernhard Stöckli, OK-Präsident.

Bild: twe
«Wir müssten das Gelände abriegeln und den Eingang zentralisieren. Der Aufwand wäre immens.»

Testangebot sprengt die Möglichkeiten

Zudem müsste der Gewerbeverein ein Testangebot vor Ort anbieten, «was unsere logistischen und finanziellen Möglichkeiten sprengen wurde», so Stöckli. Er ist auch überzeugt: «Eine Zertifikatspflicht würde viele Besucher abhalten, zu kommen.» Denn eine Gewerbeschau sei nicht ein Da-muss-ich-um-jeden-Preis-hin-Event. Man habe stets gesagt: Wenn die Corona-Auflagen für einen Gewerbeverein umsetzbar sind, dann findet die Ausstellung statt – und sonst nicht. «Und eine Zertifikatspflicht ist für uns klar nicht umsetzbar.»

So hält sich auch der finanzielle Aufwand, der bereits getätigt wurde, in engen Grenzen. «Ausser den Kosten für Werbung und Administration ist noch nichts angefallen», bilanziert Bernhard Stöckli, der von mehreren der rund 80 Aussteller, die mitmachen wollten, weiss, dass auch sie noch zugewartet haben mit den Investitionen.

Rückmeldungen auf die Absage, die am Donnerstagmorgen per E-Mail an alle Aussteller ging, hat Stöckli erst wenige erhalten. Er spürt dabei viel Verständnis für die Absage, hinter der auch der Vorstand des durchführenden Gewerbe Region Frick-Laufenburg voll und ganz steht. «Wir waren uns alle einig.»

Klarheit ermöglicht Blick nach vorne

Stöckli bedauert natürlich, dass die Gewerbeschau nicht durchgeführt werden kann. Gleichzeitig ist er angesichts der sich verschärfenden Lage an der Coronafront aber auch erleichtert, dass nun Klarheit herrscht und der Entscheid gefallen ist. Er sagt:

«So können wir alle nach vorne blicken.»

Ein Verschiebedatum hat das OK bewusst noch nicht festgelegt. Dies auch im Hinblick darauf, dass im nächsten Jahr die Möga in Möhlin stattfindet und man nicht zwei grosse Gewerbeschauen in einem Jahr in der Region durchführen will. Und 2023 sind Ausstellungen in anderen Fricktaler Gemeinden zumindest ein Thema.

Klar ist aber: «Wir werden die nächste Gewerbeausstellung nach dem neuen Konzept durchführen», sagt Stöckli. «Davon sind wir überzeugt.» Und noch etwas ist bereits klar:

«Die Gewerbeschau soll am gleichen Ort stattfinden, wie wir sie dieses Jahr durchführen wollten.»

Das heisst: Die nächste Ausstellung und damit die erste unter dem Konzept «Gewerbe vor Ort» wird wohl in den Hallen von drei diesjährigen Gastgeber-Firmen hinter dem Bahnhof über die Bühne gehen. «Die Unternehmen haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert», freut sich Stöckli.

Zuversicht, dass Aussteller wieder dabei sind

Der OK-Präsident ist zuversichtlich, dass viele der Aussteller, die in diesem Jahr dabei gewesen wären, auch bei der Ausgabe in zwei oder drei Jahren mit von der Partie sind. «Wer bereit war, in dieser unsicheren Zeit mitzumachen, wird auch bereit sein, wenn die Zeiten ruhiger sein werden.» Dies, so hofft Stöckli, werde in 2023 oder 2024 der Fall sein.

Die letzte Gewerbeausstellung fand im Oktober 2017 statt. Normalerweise führt der Gewerbeverein alle drei Jahre eine Ausstellung durch. Aufgrund der Neukonzeption entschied man sich aber, den Drei-Jahres-Rhythmus zu durchbrechen und auf vier Jahre auszudehnen. «Dass 2020 keine Ausstellung stattfand, hatte nichts mit Corona zu tun», so Stöckli. Ganz anders in diesem Jahr.

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