Frick
Ein Dino zum Jubiläum: Zum 30. Geburtstag schenkt sich das Dinosauriermuseum einen jungen Plateosaurier

Der «Dino-Hotspot der Schweiz, Europas und der ganzen Welt», wie Gemeinderätin Susanne Gmünder-Bamert das Sauriermuseum in Frick nennt, feiert seinen 30. Geburtstag. Dazu gab es viel Spannendes zu erfahren.

Andrea Worthmann
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Museumsleiterin Andrea Oettl freut sich über die Enthüllung des neuen Exponats, eines «fast echten» jungen Plateosauriers.

Museumsleiterin Andrea Oettl freut sich über die Enthüllung des neuen Exponats, eines «fast echten» jungen Plateosauriers.

Andrea Worthmann

Am Freitag wurde zum 30-Jahr-Jubiläum des Sauriermuseums Frick geladen. Vor dem Beginn des offiziellen Aktes tummelten sich die Gäste bereits in den Ausstellungsräumen und liessen die Blicke über altbekannte oder neue Exponate schweifen. Die Feier begann pünktlich und wurde von der Gemeinderätin Susanne Gmünder-Bamert eröffnet. «Alle anwesenden Gäste sind in irgendeiner Form mit dem Museum verbunden», sagte sie.

Sie bezeichnete Frick als «Dino-Hotspot der Schweiz, Europas und der ganzen Welt» und freute sich über Vertreter von Politik, Wirtschaft, Forschung und namhafte Sponsoren, die zum Jubiläumsfest erschienen sind. Ohne deren Interesse und Unterstützung wäre der Saurierfundort Frick nicht über die Landesgrenze hinaus bekannt.

Ein «echter» Saurier, das hat dem Museum bisher noch gefehlt

Besondere Erwähnung fanden dann auch Christian Keller von der Keller Holding AG, welcher die Tonwerke leitet, Martin Sander, Professor an der Universität Bonn, der seit Jahren mit den Sauriermaterialien aus Frick Forschung betreibt, und Vertreter des Paläontologischen Instituts und Museums der Universität Zürich. Dort sei seit ein paar Monaten ein Fricker Plateosaurier in Fundposition neben einem Lebendmodell zu bestaunen.

Grossratsvizepräsidentin Elisabeth Burgener-Brogli gratulierte dem Sauriermuseum zum 30-jährigen Bestehen.

Grossratsvizepräsidentin Elisabeth Burgener-Brogli gratulierte dem Sauriermuseum zum 30-jährigen Bestehen.

Andrea Worthmann

Dieses Modell inspirierte die Museumsleitung zu einem eigenen, neuen Exponat, welches anlässlich der Feier später am Abend präsentiert werden sollte. Der Kanton Aargau als Eigentümer der Funde spiele ausserdem eine wesentliche Rolle für das Museum und so begrüsste Gmünder-Bamert die Grossratsvizepräsidentin Elisabeth Burgener-Brogli, die es sich nicht nehmen liess, Glückwünsche vom Regierungsrat und Grossratspräsidium zu überbringen sowie das Museum als wichtiges Aushängeschild des Kantons zu würdigen.

Andrea Oettl gliederte ihre Rede in 30 Punkte, entsprechend den vergangenen Museumsjahren. Dabei wurden vor allem die Höhepunkte der letzten fünf Jahre hervorgehoben. Insbesondere die Verleihung verschiedener Exponate ins Ausland, der Fund des Fusses eines neuen Raubsauriers durch Ben Pabst und Team, der Fricker Saurierweg sowie die Autobahnbeschilderung kamen dabei zur Sprache.

Aber auch der erste offizielle Name des Raubdinos Notatesseraeraptor frickensis und die TV-Präsenz bei «Mini Schwiiz, Dini Schwiiz» wurden durch Oettel erwähnt. Als dreissigster Punkt und besonderer Jubiläumsakt wurde anschliessend die Enthüllung des ersten Lebendmodells eines jungen Plateosauriers durch die Museumsleiterin vollzogen. Sie sagte:

«Das ist das Geburtstagsgeschenk, das wir uns gemacht haben: Einen ‹richtigen› Dinosaurier, denn das hat uns bisher gefehlt und danach wurde auch oft gefragt.»

Die Schweiz: Das sind Schoggi, Uhren, Matterhorn und Saurier

Im Anschluss an die Festreden gab es eine Referatspräsentation von Martin Sander von der Universität Bonn, der selber bei 88 Grabungen in Frick dabei gewesen ist und zur Geschichte der Funde viel zu berichten wusste. Ausserdem gab er einen Einblick in die derzeitigen Forschungen und zeigte Perspektiven für Frick als Saurierfundort auf.

Gemeinderätin Susanne Gmünder-Bamert dankt Martin Sander, Professor an der Universität Bonn, für seine interessante und lehrreiche Präsentation.

Gemeinderätin Susanne Gmünder-Bamert dankt Martin Sander, Professor an der Universität Bonn, für seine interessante und lehrreiche Präsentation.

Andrea Worthmann

Nach diesem Abend im Zeichen der Saurier wurde bei einem Apéro auf den Geburtstag angestossen. Es bleibt zu hoffen, dass Gemeinderätin Gmünder-Bamert recht behält mit ihrer Prophezeiung:

«Irgendwann wird die Schweiz nicht nur mit Uhren, Schoggi und dem Matterhorn in Verbindung gebracht, sondern vielleicht auch mit unseren Sauriern.»

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