Frick
Der Solarstrom vom Tennishallendach fliesst direkt ins Hallenbad und Fitnesscenter

Was tun mit 2000 Quadratmeter Dachfläche? Diese Frage stellte sich der Tennisclub Frick. Und fand die Antwort: Vermieten an die AEW Energie AG. Die hat auf dem Dach der neuen Dreifachhalle am Juraweg eine Fotovoltaikanlage installiert und jetzt in Betrieb genommen. Was sie an Strom produziert, wird auch in Frick verbraucht.

Hans Christof Wagner
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So sieht die Solaranlage auf dem Dach der neuen Dreifachtennishalle in Frick von oben aus.

So sieht die Solaranlage auf dem Dach der neuen Dreifachtennishalle in Frick von oben aus.

zvg

Der Tennisclub Frick (TCF) hat mehr als drei Millionen Franken in sein Vereinsareal im Juraweg investiert – grossteils in eine neue Dreifachhalle. Schon früh war die Idee entstanden, deren Dach für die Produktion von Solarstrom zu nutzen. Mit der AEW fand der TCF einen Partner. Der Deal: Das Energieunternehmen betreibt die Anlage und zahlt dem Club als Dachbesitzer dafür Miete. TCF-Präsident Massimo Fini sagte bei der Inbetriebnahme:

«Aus den Mieteinnahmen refinanzieren wir einen Teil unserer Investitionskosten.»

Abgeschlossen ist der Mietvertrag über 30 Jahre. Wie viel Miete die AEW bezahlt, wird nicht genannt. Klar ist: 400'000 Franken hat die AEW in den Bau investiert. Über das Förderprogramm Pronovo kamen Fördermittel des Bundes in Höhe von 100'000 Franken zurück. Je nach Ertrag könnten sich die Kosten binnen 25 Jahren amortisiert haben, rechnete AEW-Projektleiter René Wüst vor.

Nahmen die Solaranlage auf dem Dach der neuen Tennishalle in Frick in Betrieb: von links Massimo Fini, René Wüst und Eugen Voronkov.

Nahmen die Solaranlage auf dem Dach der neuen Tennishalle in Frick in Betrieb: von links Massimo Fini, René Wüst und Eugen Voronkov.

Hans Christof Wagner

Doch es gab im Vorfeld ein Problem: Wie den Strom vom Juraweg ins Netz einspeisen? Dafür war die Leitungskapazität vor Ort nicht ausgelegt. In Zusammenarbeit mit der Energiekommission, die von Gemeinderat Eugen Voronkov präsidiert wird, fanden TCF und Gemeinde eine Lösung.

Die setzt darauf, dass der auf dem Hallendach produzierte Strom – durchschnittlich deckt er den jährlichen Verbrauch von 77 Vierpersonenhaushalten – in Frick selbst verbraucht wird.

Der Solarstrom fliesst vor allem ins Fricker Vitamare

Grösster Abnehmer ist die Gemeinde Frick mit ihrem nahe dem TCF-Gelände gelegenen Hallen- und Freibad Vitamare und das darin eingemietete Fitnesscenter. Um diese Lösung umzusetzen, mussten laut Wüst zwar neue Stromleitungen verlegt werden, was das Projekt verteuerte.

Unter dem Strich aber profitierten mit der Eigenverbrauchslösung mehr – die Stromabnehmer, indem sie die Nutzungsabgaben für die öffentlichen Stromnetze sparten, und der Stromproduzent, der gegenüber einer Einspeisung des Solarstroms höhere Vergütungen erziele. So waren sich alle Beteiligten bei der Inbetriebnahme der Solaranlage auf dem Tennishallendach einig: Es war ein langer Weg bis dorthin, aber es hat sich gelohnt.