Ein Thema schwang am Freitag an der Gemeindeversammlung fast bei allen Vorlagen mit: die Finanzen. Das Budget 2019 schliesst zwar mit einem leichten Plus ab; doch angesichts einer Fremdverschuldung von über 20 Millionen Franken war es vielen Stimmberechtigten bei den Kreditvorlagen hörbar unwohl. Sie hinterfragten die geplanten Investitionen auf ihre Notwendigkeit und ihre Dringlichkeit.

Dass das Gefühl nicht unbegründet ist, zeigte auch der Finanzausblick. Vizeammann Christian Fricker machte bei der Präsentation des Budgets keinen Hehl daraus, dass der Steuerfuss bereits im nächsten Jahr «zu diskutieren» sei. Aktuell liegt der Steuerfuss bei 99 Prozent; daran ändert sich im kommenden Jahr zwar nichts. Doch in den nächsten Jahren wird er steigen. Marcus Demmler, Präsident der Finanzkommission, sprach von einem Steuerfuss von 105 Prozent, mit dem der Gemeinderat ab 2021 plane.

Die hinterfragend-zurückhaltende Finanzhaltung der Fricker zeigte sich am Freitag auch beim Verpflichtungskredit für einen historischen Dorfrundgang sowie für eine einheitliche Signalisation der öffentlichen Gebäude. Für beide Teilprojekte zusammen beantragte der Gemeinderat 170'000 Franken. Gleich mehrere Votanten forderten die Ablehnung oder zumindest die Rückweisung der Vorlage. Das Projekt sei vielleicht wünschbar, aber weder nötig noch dringend, meinte ein Versammlungsteilnehmer. «Wenn man das Geld nicht hat, kann man sich Wünsche halt nicht erfüllen.» Der Gemeinderat dürfe das Geschäft gerne wieder vorlegen – sobald es die Finanzlage zulasse. Noch direkter formulierte ein anderer Votant seine Kritik. «Es gibt Notwendiges, Wünschbares und Unnötiges.» Diese Vorlage gehöre zur letztgenannten Kategorie.

Die Stimmberechtigten beliessen es aber nicht nur bei Kritik, sie machten auch konkrete Alternativvorschläge. Einer fand, man solle den Dorfrundgang über Sponsoren finanzieren, ein zweiter, man solle den Dorfrundgang nur als App realisieren.

«Ein Armutszeugnis»

Gemeindeammann Daniel Suter legte sich mächtig für den Dorfrundgang und die Beschriftung der Gebäude ins Zeug. An der Steuerfusserhöhung, über die man mittelfristig reden müsse, ändere dieses Geschäft nichts. Der Gemeinderat habe schon bei der Senkung des Steuerfusses auf 99 Prozent gesagt, dass er dereinst wieder erhöht werden müsse. Er verwies zudem auf die Zentrumsfunktion, die Attraktivität der Gemeinde und die Steuerfüsse der umliegenden Gemeinden, die zum Teil deutlich höher liegen.

«Wenn wir es uns nicht leisten können, unsere eigenen Gebäude zu beschriften, finde ich das ein Armutszeugnis.» Suters flammender Appell verhallte aber ungehört: Beide Teilkredite wurden im Verhältnis 2:1 klar abgelehnt.

Auch die weiteren Traktanden gaben einiges zu reden. Beim Kredit über 338 000 Franken für das Auswechseln der Wasserzähler mit Geräten, die sich fernauslesen lassen, äusserte ein Stimmberechtigter Datenschutzbedenken. Auch sei eine möglichst hohe Automatisierung nicht per se gut, «denn Digitalisierung heisst immer auch: Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen.» Die insgesamt drei Kredite, die der Gemeinderat für Investitionen in die Wasserversorgung anbegehrt hatte, wurden dann aber doch mit klarem Mehr genehmigt.

Bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung sorgte der Ersatz der Heizung in der Schule Dorf für hitzige Diskussionen. Dies vor allem deshalb, weil der Gemeinderat im Variantenentscheid sowohl die Grundwasserwärmepumpe als auch die Pellets-Heizung fallen liess. Gemeinderätin Susanne Gmünder antizipierte die Kritik in ihrem einleitenden Votum und zeigte auf, weshalb eine Grundwasserwärmepumpe nicht möglich respektive nicht sinnvoll sei.

Diese Frage sorgte denn in der Diskussion auch für keine Diskussion mehr. Ganz anders der Verzicht auf eine Pellets-Heizung. Diese sei durchaus möglich, der heutige Öltankraum könne als Pellets-Bunker umfunktioniert werden, sagte ein Votant. Die jetzt vom Gemeinderat vorgelegte Variante – eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Erdgasheizung für die Abdeckung der Spitzenlast – hielt er zudem für nicht kompatibel. In der Abstimmung fand der Vorschlag des Gemeinderates dann aber eine klare Zustimmung.

Lohnerhöhung gab zu reden

Zu reden gab im Vorfeld der Gemeindeversammlung auch das Budget 2019 – und darin vor allem die Erhöhung der Lohnsumme um zwei Prozent. Von einer solchen Lohnerhöhung könne man auf dem Bau oder im Verkauf nur träumen, fand ein Stimmberechtigter. Finanzdirektor Christian Fricker betonte, dass es sich bei den zwei Prozent um einen Maximalbetrag handle, der nicht ausgeschöpft werden müsse. Ein Teil sei zudem für individuelle Lohnmassnahmen bestimmt, als generelle Lohnerhöhung würden maximal 1,2 Prozent ausgeschüttet. Das Budget wurde schliesslich – wie die restlichen Traktanden – klar genehmigt.