Wohnen Sie in Frick? Und Sie leben noch? Und Sie wurden in den letzten Tagen weder ausgeraubt noch niedergeschlagen? Und Sie mussten auf der Strasse auch keinen Kriminal-Tango hinlegen, um den Banditen zu entkommen? Dann haben Sie aber unglaublich Schwein gehabt!

Denn Frick ist, das lässt uns Fricker die aktuelle Ausgabe der «Weltwoche» wissen, die Schweizer Gemeinde mit der höchsten Kriminalitätsrate überhaupt. 560 Straftaten pro 1000 Einwohner werden hier, im Schweizer Sündenpfuhl, begangen. Das sind 1,5 Straftaten pro Tag! Hören Sie das auch? Da dröhnt doch irgendwo die Sirene eines Polizeiautos. Sicher wieder ein Überfall! Oder eine Schiesserei. Im Verbrecherdorf.

Im Bereich Kriminalität belegt Frick laut «Weltwoche» den 924. und letzten Platz (bewertet hat die Zeitung nur Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern). Immerhin: In der Rubrik Sicherheit, die noch andere Kriterien denn die Kriminalitätsrate beinhaltet, kommt Frick auf Platz 870 – Laufenburg (Rang 847) und Rheinfelden (778) sind in Schussweite.

Anruf bei Michael Widmer, Gemeindeschreiber von Frick. Er nimmt ab. «Glück gehabt!», sage ich ihm, was ihn hörbar verwundert. Na, erkläre ich ihm, er sei ganz offensichtlich ins Büro gekommen, ohne überfallen zu werden. «Das ist nicht selbstverständlich, schliesslich ist Frick ja Crime-City.» Oder zumindest -Dorf.

Widmer lacht, wähnt er sich doch – wie der Schreibende auch – im Film: «Und täglich grüsst das Murmeltier.» Denn seit einigen Jahren kommt die Nachricht, Frick sei die kriminellste Gemeinde, so sicher wie das Amen in der Kirche. Oder besser: wie das «Hände hoch» beim Banküberfall.

Warum? Weil ein Fall, der Betrugsfall der Fricker Investmentfirma ASE, die Kriminalitätsquote in den Himmel schiessen lässt. Denn der Fall liess mehrere Tausend Geschädigte zurück; 700 sind als Privatkläger im ASE-Prozess aufgetreten. Die Frage stelle sich da schon, sagt Widmer, wie objektiv diese Statistik sei. Er jedenfalls fühlt sich nach wie vor sicher, «und ich getraue mich auch immer noch auf die Strasse», versichert er. Und das unbewaffnet.

Im Gesamtranking, das aus 50 Indikatoren besteht, landet Frick auf Platz 454. Immerhin. Im Fricktal schneiden nur Magden (Gesamtrang 249), das ebenfalls gefährliche Rheinfelden (253), Kaiseraugst (308) und Möhlin (331) besser ab. Hinter uns lassen wir Fricker Zeiningen (467), Erzrivale Gipf-Oberfrick (498), Stein (529), Kaisten (649), Laufenburg (700) und Eiken (754).

Bleibt eine Frage: Welche Aargauer Gemeinde schneidet in der Rubrik Sicherheit am schlechtesten ab? Aarau! Die Hauptstadt landet in dieser Kategorie auf Platz 908 (gesamthaft auf Rang 191). Wussten wirs doch, wir Fricker.