Frick
Ab dem 1. Januar gibt es keine Schulpflege mehr: So wird die Schule Frick künftig geführt

Die Aargauer Stimmbevölkerung hat den neuen Führungsstrukturen an der Volksschule im Herbst 2020 zugestimmt. Dies bedeutet, dass der Gemeinderat die Schulpflege als politisch verantwortliche Behörde ablöst – und es bringt für Schulleitungen und Gemeinderäte zusätzliche Herausforderungen.

Nadine Böni
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Ab dem kommenden Jahr übernimmt der Fricker Gemeinderat die strategische Führung der Schule von der Schulpflege.

Ab dem kommenden Jahr übernimmt der Fricker Gemeinderat die strategische Führung der Schule von der Schulpflege.

zvg (8. Januar 2020)

Ab dem nächsten Jahr wird in den Schulorganisationen der Aargauer Gemeinden einiges anders. Die Stimmbevölkerung hatte im Herbst 2020 den neuen Führungsstrukturen an der Volksschule zugestimmt. Dies bedeutet, dass ab dem 1. Januar der Gemeinderat die politische, strategische, pädagogische und finanzielle Verantwortung über die Schule von der Schulpflege übernimmt.

Verschiedene Fricktaler Gemeinden haben inzwischen kommuniziert, wie die Organisation künftig aufgestellt ist, so etwa Frick: Hier hat der Gemeinderat für die operativen Belange eine Gesamtschulleitung eingesetzt.

Susanne Gmünder-Bamert, Ressortvorsteherin Schule im Gemeinderat.

Susanne Gmünder-Bamert, Ressortvorsteherin Schule im Gemeinderat.

zvg/«Aargauer Zeitung»

Diese besteht aus dem Schulleiter der Primarschule/Kindergarten, Peter Boss, sowie dem Schulleiter der Oberstufe, Lothar Kühne. Unterstützt werden sie von Alexandra Pfister, Schulleiterin Administration. Der Gemeinderat konzentriert sich auf die strategische Führung der Schule.

Schulpflege war bei Erarbeitung dabei

Die neue Führungsstruktur ist in Zusammenarbeit mit den Schulleitern, aber auch mit der abtretenden Schulpflege entstanden. «Dabei erhielten wir auch die sehr wertvollen Informationen, wie die Schulpflege die Trennung zwischen strategischer und operativer Führung einer Schule in dieser Grösse sieht und wie sie es heute bereits lebt», sagt die zuständige Gemeinderätin Susanne Gmünder-Bamert. Und:

«Sie gab uns auch mit auf den Weg, welche Stolpersteine aus ihrer Sicht beim bevorstehenden Übergang bestehen.»

Denn die Umstellung ist eine Herausforderung, sowohl für die Gemeinden als auch die Schulleitungen. «Verschiedene bewährte Abläufe verändern sich, neue Zuständigkeiten entstehen», sagt Gmünder. Die zusätzlichen Kompetenzen brächten für die Schulleitung in Frick «auf jeden Fall mehr Verantwortung».

Mehr Sitzungsgeld für Schulressort

Geplant ist, dass in Zukunft regelmässige Sitzungen zwischen ihr als Ressortvorsteherin und den Schulleitungen stattfinden. Auch der Gesamtgemeinderat werde sich als verantwortliches Gremium «mehrmals pro Jahr» mit den Schulleitungen austauschen.

Der Kanton hat für den erwarteten Mehraufwand der Schulleitungen bereits auf das laufende Schuljahr zusätzliche Pensen gesprochen. Der Gemeinderat hat im Budget 2022 den zusätzlichen Aufwand für Führung, Koordination und Absprachen in Schulressort mit einer entsprechenden Erhöhung des Sitzungsgelds berücksichtigt.

Susanne Gmünder ist zuversichtlich, dass die Umstellung gut klappt. Mit der Erarbeitung des neuen Führungsmodells sei bereits ein erstes gemeinsames Erfolgserlebnis verbucht. Sie sagt:

«Davon profitieren wir alle. Wir haben uns gegenseitig besser kennen gelernt und konnten Vertrauen aufbauen.»

Das sieht sie als wichtige Basis für die künftige Zusammenarbeit. Anfang September informierte der Gemeinderat das Lehr- und Schulpersonal über das neue Modell. «Wir gehen daher davon aus, dass die neue Struktur im schulischen Alltag der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Eltern nicht zu spüren sind», so Gmünder.

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