Freiwilligenarbeit
«Was zählt, ist Leidenschaft»: 18-Jährige gleist interkulturellen Sportkurs auf

Am 5. Dezember ist der internationale Tag des freiwilligen Engagements. Eine, die sich für andere engagiert, ist Leoni Brogli aus Gipf-Oberfrick. In der AZ erzählt sie, warum sie sich in ihrer Freizeit für andere einsetzt.

Dennis Kalt
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Leoni Brogli geht es bei ihrem Engagement auch darum, ihre Freude am Sport weiterzugeben.

Leoni Brogli geht es bei ihrem Engagement auch darum, ihre Freude am Sport weiterzugeben.

Bild: zvg

Der 5. Dezember ist der internationale Tag des freiwilligen Engagements. Er steht im Zeichen jener, die ihre Zeit nutzen, um anderen zu helfen, der Gesellschaft etwas zu geben, oder einfach nur die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Auch im Fricktal gibt es zahlreiche Freiwillige, die sich für andere einsetzen. Eine von ihnen ist Leoni Brogli aus Gipf-Oberfrick. Die 18-Jährige, die das Gymnasium in Muttenz besucht, hat im Rahmen ihrer Maturaarbeit – mit Unterstützung der Integrationsfachstelle «mit.dabei» – in Frick einen interkulturellen Sportkurs aufgegleist.

Teilnehmende mit und ohne Fluchterfahrung

Seit dem Sommer finden jeden ersten Samstag im Monat die zweistündigen Kurse statt, die Brogli leitet. Zu den Kursen treffen sich Familien mit und ohne Fluchterfahrung. Rund 15 Personen nehmen derzeit teil. Brogli sagt:

«Zum Thema einer Geschichte oder eines Gegenstandes bewegen wir uns polysportiv vom Fussballspielen bis hin zum Fangis.»

Ihre Funktion sei es, tolle Sportstunden zu bieten, Wünsche aufzunehmen, Sicherheit für Kinder und Begleitpersonen zu gewährleisten und Ansprechperson für diverse Anliegen zu sein. Als Freiwillige sei es wichtig, die eigenen Kompetenzen und Funktionen zu kennen und Dinge, die ausserhalb des Kompetenzbereiches liegen, wie zum Beispiel psychologische Unterstützung zu leisten, Professionellen zu überlassen.

Nicht die Zeit, die Leidenschaft zählt

Motive, Zeit für ein solches Angebot zu investieren, hat Brogli viele. Neben dem «Gutes für die Gesellschaft in meiner Region leisten» durch die Ergänzung der kulturellen und sportlichen Freizeitangebote im oberen Fricktal, gehe es ihr auch um die persönliche Herausforderung und darum, die Freunde am Sport zu leben und weiterzugeben. Es sei nicht wichtig, ob man sich am Tag fünf Stunden oder eine Stunde pro Monat engagiert, sagt Brogli und schiebt nach:

«Das, was zählt, ist, dass man Freiwilligenarbeit mit Leidenschaft leistet.»

So ist Brogli denn auch selbst begeisterte Sportlerin, spielt Korbball oder ist polysportiv etwa beim Wandern oder Joggen unterwegs.

Brogli verhehlt nicht, dass der Aufbau des Kurses von Januar bis zu den Sommerferien sehr zeitaufwendig gewesen sei und viel ihrer Freizeit beansprucht habe. Etwa besuchte sie hierfür diverse Aus- und Weiterbildungen des Schweizerischen und Aargauer Turnverbandes. Während des Kursaufbaus sei sie beinahe an ihre Grenzen gestossen, sagt sie und bilanziert:

«Es hat sich gelohnt. Das Projekt und die Teilnehmenden wuchsen mir ans Herz.»

Freude an der Freiwilligenarbeit bereitet Brogli, dass in ihrem Kurs die Teilnehmenden jeder Altersgruppe Freude am Sport haben oder entwickeln und voller Enthusiasmus mitmachen. «Das beste Gefühl ist es, wenn Kinder und Begleitpersonen glücklich und erschöpft die Halle verlassen», so Brogli.

Aber auch Sätze wie «Leoni, bis zum nächsten Mal» oder «Danke, es hat Spass gemacht» oder einfach nur ein Lächeln der Teilnehmer machen Brogli glücklich, zeigen ihr die Dankbarkeit und geben ihr das Gefühl, dass sie mit ihrem freiwilligen Engagement ihre Zeit gut investiert hat.

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