Fricktal
Freiwillige begleiten Schwerkranke auf ihrem letztem Weg

Zehn ehrenamtliche Helfer stehen schon heute im Fricktal für die Begleitung von Sterbenden zu Hause im Einsatz – nun soll das Angebot optimiert werden.

Peter Rombach
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Für die Hospiz-Idee machen sich (von links) Markus Denger, Urs Jost undRolf Tschannen auch im Fricktal stark. Ach

Für die Hospiz-Idee machen sich (von links) Markus Denger, Urs Jost undRolf Tschannen auch im Fricktal stark. Ach

Der Verein Hospiz Aargau mit Sitz im ehemaligen Regionalspital Brugg leistet seit nunmehr zwanzig Jahren solide, einfühlsame Betreuungsarbeit. Nun ist daran gedacht, auch im Fricktal die Hospiz-Idee stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Triebfeder hierbei: der Rheinfelder Urs Jost, der über grosse Erfahrung im Pflegesektor verfügt, sich als Pensionär aber einer neuen Herausforderung stellt und «noch etwas Sinnvolles» machen möchte. Er arbeitet bereits eng mit der Einsatzzentrale und dem Vorstand von Hospiz Aargau zusammen.

«Wir müssen die Ambulanz stärken, um pflegende Familienangehörige zu entlasten und Schwerkranke auf ihrem letzten Weg sensibel zu begleiten», nennt der Rheinfelder Urs Jost seine Motivation für das Engagement. Und freimütig bekennt er: «Das ist sicherlich auch eine gewisse Vorbereitung auf die eigene letzte Lebensphase.» Geschäftsleiter Rolf Tschannen vom Hospiz Aargau bestätigt die Einsatzbereitschaft von derzeit etwa zehn Freiwilligen im Fricktal. «Wir sind auf die Ehrenamtlichen angewiesen und würden uns über jeden Neuzugang natürlich freuen.» Auch ihm ist bewusst, dass es noch viel Überzeugungsarbeit braucht.

Mit Blick auf die Gesamtorganisation nennt Tschannen die Schwerpunkte: Das stationäre Hospiz als «Ort der Ruhe und Geborgenheit für sterbende Menschen» mit medizinisch-pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Begleitung; das ambulante Hospiz, dessen Leute die letzten Tage und Stunden von Sterbenden in deren eigenem Heim begleiten und zur Entlastung von Pflegenden während des Tages und auch nachts Präsenz zeigen; der Trauertreff hilft, in gemeinsamen Gesprächen und im Gedankenaustausch den Trauernden ihr «seelisches Gleichgewicht» wiederzugeben. Die letzten beiden Bereiche decken im gesamten Kanton Aargau rund 70 Freiwillige ab, bei denen Supervision und Netzwerkpflege hohen Stellenwert einnehmen.

In der Station in Brugg mit momentan sechs Betten arbeiten hauptberuflich diplomierte Pflegefachpersonen. Angesichts steigender Nachfrage ist eine Erweiterung um drei Betten vorgesehen. Dies bestätigt der ebenfalls im Hospizverein-Vorstand aktive Arzt Markus Denger, der früher in Kaiseraugst praktizierte, seine Erfahrungen in der «extrem interdisziplinären» Palliativ-Medizin einbringt und klar für eine Stärkung der Ambulanz eintritt.

«Achtzig Prozent der Menschen wollen zu Hause sterben», deutet er auf Umfrageergebnisse. Und Urs Jost ergänzt: «Viele Leute wissen nicht, dass es über Heimaufenthalt und Spitex hinausgehende Möglichkeiten einer Betreuung von Schwerstkranken gibt.»