«Von der Enge in die Weite» lautet das Motto, das «Chrischona Frick» für das Projekt gewählt hat: Die Freikirche möchte in neue, grössere Räumlichkeiten umziehen – und das schon bald. Seit letzter Woche liegt auf der Gemeindekanzlei ein Baugesuch für einen «Neubau eines Gewerbegebäudes mit Kirche» auf.

Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude am Stieracker 20. Das Gebäude soll einerseits zu Gewerbezwecken genutzt werden. So sind im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen diverse Räumlichkeiten vorgesehen, die «bevorzugt von jungen KMU oder Start-ups gemietet oder gekauft werden können», wie Bauherr Urs Hagenbach erklärt. «Die genaue Nutzung hängt von den Mietern ab.»

Saal mit 200 Sitzplätzen

Im nordöstlichen Teil des geplanten Gebäudes sollen andererseits die Räumlichkeiten der Freikirche eingerichtet werden. Das Baugesuch zeigt im Erdgeschoss unter anderem ein Foyer, eine Garderobe, eine Küche sowie einen Saal mit 200 Sitzplätzen. Hier sollen künftig die Gottesdienste am Sonntagmorgen stattfinden. Im ersten Stock sind mehrere Büro- und Gruppenräume sowie ein Kinderhort vorgesehen.

Die Freikirche ist seit rund 30 Jahren in der Region tätig. Sie hat ihren Fricker Sitz derzeit in zwei Pavillons an der Werkstrasse. Nun laufe der Vertrag mit dem Vermieter aus, sagt Markus Stihl vom Leitungsteam der Chrischona Frick. «Ausserdem sind die Räumlichkeiten mittlerweile schlicht zu klein.»

Rund 85 Besucher kommen durchschnittlich zu den Gottesdiensten. Etwa 150 Erwachsene und Jugendliche fühlen sich gemäss Angaben der Chrischona Frick der Kirche zugehörig.

Die Freikirche wird die Räumlichkeiten im neuen Gebäude im Stockwerkeigentum kaufen. Den Innenausbau übernimmt sie. Die finanziellen Mittel seien gesichert, sagt Markus Stihl. Finanziert wird das Projekt durch Spendengelder.

Für soziale Zwecke nutzen

Derzeit laufen die Detailplanungen für den Innenausbau und die Nutzung. 2019 sollen die Räumlichkeiten fertig sein. Vorgesehen ist, dass die Chrischona-Räumlichkeiten auch für soziale Zwecke genutzt werden. «Etwa im Asylbereich oder in der Kinderbetreuung», so Stihl.

Die Baukosten für das Gewerbegebäude betragen rund 3,6 Millionen Franken. Rund ein Drittel davon entfällt auf Chrischona. Den Rest trägt der Bauherr des Gebäudes, Urs Hagenbach und Anita Sieber Hagenbach. Sie seien selber nicht Mitglied der Chrischona Frick, sagt Anita Sieber Hagenbach. «Mein Mann und ich sind aber im kirchlichen Bereich engagiert.» Deshalb sei die Idee entstanden, im Gewerbegebäude auch eine kirchliche Nutzung unterzubringen.

«Hat damit nichts zu tun»

Eine Frage wirft dabei Sieber Hagenbachs Hintergrund auf. Sie war in der Vergangenheit unter anderem für den Verein Vereinigte Bibelgruppen in Schule, Universität, Beruf (VBG) tätig. Der Verein bezeichnet sich zwar selbst als «konfessionell und politisch ungebunden», das Bundesgericht aber beschied ihm in einem Urteil von 2015 einen missionarischen Zweck. Der Verein sei eine Organisation, die «ihre Tätigkeit allein oder doch ganz überwiegend ihren evangelistischen Zwecken unterordnet», hiess es.

Ist der VBG etwa in das Bauprojekt involviert? «Nein, das hat mit dem Projekt nichts zu tun», sagt Markus Stihl. «Nein», sagt auch Anita Sieber Hagenbach. Sie habe für ein Projekt mit dem VBG zusammengearbeitet, sei aber nicht mehr für ihn tätig. «Ich bin dem Verein freundlich zugewandt, habe aber keinen Auftrag.»