Saltos, Drehungen und andere Tricks – für die Mitglieder des Freestyle Teams Fricktal gehört das alles zum Skifahren dazu. Fast jedes Wochenende sind die aktiven Vereinsmitglieder derzeit irgendwo auf einer Piste unterwegs, springen über Schanzen, bezwingen steile Buckelpisten oder rutschen auf den Skis über sogenannte Rails, eine Art Geländer. Vereinspräsident Daniel Hilpert ist sichtlich stolz, als er die Videos von den Sprüngen und Tricks auf seinem Smartphone zeigt.

Zweimal in der Woche trainieren die rund 20 aktiven Mitglieder ausserdem in der Halle in Möhlin. «Beweglichkeit, Koordination, Kraft – beim Freestyle braucht es alles. In erster Linie ist Freestyle aber eine technische Sportart», sagt Hilpert. Die Sprünge werden auf dem Trampolin geübt und im Sommer auf einer Schanze am Rhein. «In den Trainings geht es darum, die Bewegungsabläufe genau einzustudieren», sagt Hilpert. Erst, wenn die Technik perfekt sitzt, werden die Tricks auch auf dem Schnee probiert.

Für Breiten- und Spitzensportler

Hilpert weiss, wovon er spricht. Er ist nicht nur Vereinspräsident und Gründungsmitglied, sondern auch ehemaliger Freestyler und Trainer. Die Kinder und Jugendlichen brächten heute mehr Körpergefühl mit als früher, sagt er. Dafür fehle es ihnen manchmal etwas an der Technik beim Skifahren. «Wir merken, dass Familien weniger in die Skiferien gehen und weniger Skilager stattfinden», sagt Hilpert. Ein Problem sei dies allerdings nicht: «Wir nehmen alle mit zum Skifahren, und dann lernen sie es.»

Das Freestyle Team Fricktal, das betont Daniel Hilpert, sei nicht nur ein Verein für Sportler mit grossen Ambitionen. «Jeder ist hier willkommen, der Spass am Sport und am Skifahren hat», sagt er. «Ziel ist es, allen etwas beizubringen, von dem sie nicht dachten, dass sie es einmal können.» Bei den einen sei dies der Salto, bei anderen eben der Dreifachsalto.

Zwei, die in die Kategorie Dreifachsalto zu zählen sind, sind Michel Bienz aus Zuzgen und Tobias Mahrer aus Möhlin. Die 15-Jährigen gehören zu den grössten Nachwuchshoffnungen des Fricktaler Freestyle Teams. Im letzten Sommer haben die beiden den Sprung an die Sportschule in Engelberg geschafft. Beide verfolgen denselben Traum: Sie wollen Profi werden.

Zusammenhalt im Verein

Dafür nehmen die beiden Jungs einiges auf sich, wohnen bereits mit 15 Jahren nicht mehr zu Hause und sehen Familie und Freunde meist nur am Wochenende – wenn überhaupt. «Das erfordert viel Eigenverantwortung und Durchhaltewillen», sagt Michels Mutter Madeleine Bienz. «Aber sie haben auch die Chance, den Duft der grossen Welt zu schnuppern und für ihren Traum zu arbeiten.»

Für die Familie sei das Ganze allerdings ein Aufwand, sowohl emotional wie auch finanziell, sagt Bienz. Ohne Sponsoren wäre der Besuch der Sportschule kaum möglich. Zu den Sponsoren gehören auch die anderen Mitglieder des Vereins. Den Erlös aus einer Sprungshow etwa haben sie den beiden Sportlern zukommen lassen. «Das zeigt den grossen Zusammenhalt im Verein», sagt Daniel Hilpert. Allgemein sei der Umgang im Freestyle freundschaftlich und offen. In den Trainings helfen die erfahrenen Fahrer den Unerfahrenen. «Und bei Wettkämpfen freut sich jeder mit dem anderen, wenn ein Trick gelungen ist», so Hilpert.

Freestyle sei ein bei Jugendlichen populärer Sport. Für die Zukunft macht sich der Vereinspräsident daher keine Sorgen. «Uns hat der Sport immer Spass gemacht, es macht aktuell grossen Spass, und wenn es auch in Zukunft so bleibt, dann wird es uns noch weitere 35 Jahre geben», sagt Hilpert. Dann werden auch in Zukunft Fricktaler Saltos, Drehungen und andere Tricks zeigen – und das auf Skis.