Die Reha Rheinfelden engagiert sich seit Jahren mit eigenen Programmen und Inputs im Forschungssektor. Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung ist die promovierte Corina Schuster-Amft. Ihr war es gestern Mittag vorbehalten, den Preisträger für den Forschungspreis 2017, der mit 5000 Franken dotiert ist, im Rahmen einer grösseren Fortbildungsveranstaltung bekannt zu geben. «Ein Qualitätsmerkmal für unser Haus.»

Das Forscherteam aus dem Bereich Physiotherapie untersuchte den Zusammenhang zwischen Schmerzen im unteren Rückenbereich, Fetteinlagerungen in Muskelpartien der Wirbelsäule und damit einhergehenden Schmerzen sowie Bewegungsproblemen. Unter Leitung von Markus Hildebrandt lieferten auch Gabriela Fankhauser, André Meichtry und Hannu Luomajoki starken Einsatz: «Wir haben besonders als Team super gearbeitet, der Preis gilt allen», betont ein freudig-erregter Hildebrandt an der Urkundenübergabe vor stattlichem Auditorium und in Beisein von Professor Thierry Ettlin, medizinischer Direktor der Reha Rheinfelden, und dem administrativen Direktor Matthias Mühlheim.

Fetteinlagerungen in Muskeln

Wie sagte doch eingangs der Präsentation Corina Schuster: «In Industrieländern sind 84 Prozent der Menschen von Rückenbeschwerden betroffen.» Die jetzt vorliegenden Studien leisteten einen wichtigen Beitrag, um «therapeutische Interventionen» abzuklären. An dem Projekt des Forscherteams nahmen 42 Patienten und Patientinnen teil mit unterschiedlichsten (oder gar keinen) Rückenproblemen.

Das Team von Markus Hildebrandt hatte nach akribischer Arbeit, auch mit Hoch- und Fachhochschul-Unterstützung, herausgefunden, dass andauernde Schmerzen im unteren Rückenbereich die Bewegungskontrolle, die allgemeine Beweglichkeit und Muskelfunktionen beeinflussen. «Unabhängig vom Körpergewicht kann sich in diesen Muskeln Körperfett einlagern und den Schmerzkreislauf aufrechterhalten.» Alter und Geschlecht hätten ebenfalls Einfluss, Frauen neigten dann eher zu Fetteinlagerung und folglich geringerer Bewegungschancen.

Dieser Forschungspreis der Reha gilt als Beitrag, die Rehabilitationswissenschaften zu unterstützen und praxisbezogen zu arbeiten. Thierry Ettlin bestätigt: «Wir wollen zu Forschungsarbeiten motivieren.» Und damit zielt er auch auf die Sektoren Ergotherapie, Logopädie und physikalische Therapien. Dass in seinem Haus grundsätzlich an neuen Behandlungsmethoden gearbeitet wird, bestätigt Ettlin im Gespräch am Rande der Preisverleihung. «Die Robotik in der Neurologie nimmt bei uns hohen Stellenwert ein», nennt er beispielhaft.