Schupfart
Flugplatz: Anwohner wehren sich gegen längere Flugzeiten und mehr Lärm

Der Gemeinderat von Schupfart und der Aero-Club wollen die Betriebszeiten auf dem Flugplatz ausweiten. Vor allem die Verlängerung der Flugzeiten an Sonntagen stösst bei Anwohnern auf Widerstand.

Stefan Gyr
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In Schupfart soll der Flugbetrieb an Sonntagen bereits um 9 Uhr statt wie bisher um 10.30 Uhr aufgenommen werden.

In Schupfart soll der Flugbetrieb an Sonntagen bereits um 9 Uhr statt wie bisher um 10.30 Uhr aufgenommen werden.

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Der Gemeinderat und der Aero-Club wollen die Betriebszeiten auf dem Flugplatz Schupfart ausweiten. Die Mittagspause soll verkürzt werden, und an Sonntagen soll der Flugbetrieb früher beginnen und länger dauern.

Das sieht der neue Pachtvertrag zwischen der Ortsbürgergemeinde und dem Regionalverband Fricktal des Aero-Clubs vor. Am 27. Juni befindet die Gemeindeversammlung von Schupfart über den Pachtvertrag.

Man wolle die Flugzeiten an das Polizeireglement der Gemeinden im unteren Fricktal anpassen, erklärte der Gemeinderat an einer Informationsveranstaltung über den neuen Pachtvertrag. Die Mittagsruhe soll von 12 bis 13 Uhr statt wie bisher von 12 bis 13.30 Uhr dauern. Diese Ruhezeit sieht auch das Reglement vor.

Dennoch zeigen sich Anwohner des Flugplatzes über die Aussagen des Gemeinderats erstaunt. Das Polizeireglement verbiete ab 19 Uhr und an Sonntagen ganztags den Umgang mit lärmigen Maschinen im Freien, sagt Martina Gisin aus Hellikon. Künftig dürfe aber an Sonntagen bereits ab 9 Uhr statt erst ab 10.30 Uhr geflogen und am Abend bis um 21 statt 20 Uhr gestartet werden.

«An einem Sonntag, der eigentlich der Ruhe und Erholung dient, würde man täglich drei Stunden länger vom Flugzeug-Gebrumm zugedröhnt», schreibt Martina Gisin in einem Leserbrief an die az. Und weiter: «Für mich sind diese zeitlichen Änderungen keine Annäherung an das Polizeireglement, sondern eine Distanzierung von diesen Bestimmungen und den Anwohnern.» Diese Anpassungen seien auch deshalb unverständlich, weil der Flugplatz die Lärmprobleme kenne.

«Die Sensibilität der umliegenden Bevölkerung gegenüber Lärm hat mittlerweile stark zugenommen, und die Massnahmen von damals genügen heute nicht mehr», schreibt der Regionalverband Fricktal des Aero-Clubs auf seiner Website.

«Der Flugplatz sollte deshalb doch bemüht sein, rücksichtsvoller gegenüber der Bevölkerung zu sein», sagt Martina Gisin.

Sie stehe mit ihrer Meinung nicht allein. Weitere Flugplatz-Anwohner in Nachbargemeinden würden sich gegen die Ausdehnung der Flugzeiten wehren. «Ich hoffe, die Gemeindeversammlung wird auch zum Wohl der umliegenden Gemeinden entscheiden», sagt Gisin.

Gemeinderat ist überrascht

Der verantwortliche Gemeinderat René Heiz ist über den Widerstand überrascht. «Wir haben zwei Informationsveranstaltungen über den neuen Pachtvertrag durchgeführt, und an diesen Anlässen war die Verlängerung der Betriebszeiten unbestritten.»

Nach seinen Angaben soll an Sonntagen am Morgen von 9 bis 12 Uhr gestartet werden können, am Nachmittag aber nur von 13 bis 20 Uhr. Damit würde die Betriebszeit am Sonntag von acht auf zehn Stunden verlängert. Von 20 bis 21 Uhr wären bloss Abflüge ohne Rückkehr auf den Flugplatz gestattet. «Dabei geht es um sehr wenige Flüge in den Sommermonaten», erklärt Heiz.

Schon heute seien auf dem Flugplatz Schupfart von Montag bis zum Sonntag am Abend Starts bis 20 Uhr erlaubt, sagt Heiz. Und in den Gemeinden im unteren Fricktal werde inzwischen über eine Anpassung des Polizeireglements gesprochen: Der Umgang mit lärmigen Maschinen im Freien könnte künftig bis 20 statt 19 Uhr gestattet werden.

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