Am Wochenende vom 9. und 10. Juni fand auf dem Flugplatz Schupfart im Fricktal zum bereits zweiten Mal das so genannte Rundflug-Weekend statt. Rund 400 Personen zog der Anlass an, der von der Motorfluggruppe und Flugschule Fricktal organisiert wurde.

Die Besucher hatten dabei nicht nur die Möglichkeit, die herausgeputzten Maschinen am Boden zu bestaunen. Wer wollte, der konnte für einen kurzen Abstecher in die Luft auch zu einem erfahrenen Piloten ins Flugzeug steigen.

«Erheblicher Lärm, der zu ertragen ist»

Rund 150 Starts und Landungen wurden an diesem Wochenende  in Schupfart registriert - deutlich mehr als an einem Tag mit normalem Flugbetrieb. Und das gefällt nicht jedem. So stört sich etwa az-Leser Bernhard Joller daran, dass «diese Tage mit erheblichem Lärm verbunden sind, die wir Anwohner einfach so zu ertragen haben.»

Mit Vollgas sei quer über die Dörfer geflogen worden, eine Unterhaltung mit dem Nachbarn im Garten sei zu dieser Zeit unmöglich gewesen, so Joller, der in der westlich des Flugplatzes gelegenen Gemeinde Hellikon lebt, in einem Schreiben an die az. «Ein Benzinrasenmäher daneben ist wohltuend leise.»

Protest kommt nicht überraschend

Partrick Rehmann, Cheffluglehrer der Flugschule Fricktal und Mit-Organisator des Rundflug-Weekends, überrascht dieser Protest nicht: «Wenn man einen Anlass durchführt, der einen gewissen Lärm verursacht, gibt es immer Leute, die sich gestört fühlen.»

Rehmann sagt, er habe auch Verständnis dafür, dass das hochtourige Motorengeräusch, wie es Akrobatikflugzeuge verursachen, nicht in jedermanns Ohren Musik sei.

Rücksicht auf die Anwohner nehmen

Der Fluglehrer weist allerdings auch darauf hin, dass man jeweils Wert darauf lege, «den Lärm in einem gewissen Mass halten zu können». So werden Piloten auf der Homepage des Flugplatzes Schupfart etwa dazu angehalten, sich auf Rücksicht an die Anwohner exakt an die vorgegeben An- und Abflugrouten zu halten und so leise wie möglich zu fliegen.

Auch verwendet die Motorfluggruppe und Flugschule Fricktal gemäss Rehmann ausschliesslich Flugzeuge mit tiefen Lärmwerten, um die Imissionen auf die Bevölkerung an normalen Flugtagen so tief wie möglich zu halten.

Motorfluggruppe und Flugschule lebt davon

Auf Anlässe verzichten, an denen es vielleicht auch einmal etwas lauter zu und her geht, wollen die Fricktaler Flieger aber nicht. «Wir leben von solchen Veranstaltungen und sie sind auch eine gute Werbung für unseren Verein», sagt Rehmann.

Bereits am 11. und 12. August will die Flugschule Fricktal den nächsten Cockpit-Schnuppertag durchführen, an dem sich Flugzeugfans selber ans Steuer einer Maschine des Typs Piper Cadet oder Ikarus C42 setzen können. (bau)