Langsam züngeln sich die Flammen an den mit Lumpen umwickelten Speichen des grossen Holzrades nach oben. Es weist einen Durchmesser von vier Metern auf. Drei Oeschger «Schiibesprenger» ziehen mit aller Kraft an der langen, am Metallgerüst befestigten Stange und setzen das Rad langsam in Bewegung. Die Flammen lodern immer höher, das Rad dreht sich schneller und schliesslich schlagen die Flammen in den Nachthimmel.


Ein herrlicher Anblick wie der starke Wind die Funken in die Dunkelheit entreisst. Vertieft, fast andächtig stehen die Zuschauer im Halbrund um das Feuerrad auf dem Boll und starren fasziniert in das Feuer. Nur wenigen Minuten dauert das Spektakel, dann bricht die Konstruktion in sich zusammen und Applaus brandet auf.

Seit 40 Jahren mit Holzrad

Eine Besucherin aus Oeschgen erzählt, dass sie mit ihrem Ehemann schon seit 30 Jahren zum Scheibensprengen kommt. Ihr Sohn komme auch noch jedes Jahr, obwohl der mittlerweile in Frick wohnt. In einer kleinen Barhütte mit Getränken unweit des Scheibensprengens versorgen die «Schiibesprenger» die Besucher mit Getränken, ein breiteres Angebot gibt es in der grossen Festhütte. Wetterbedingt kamen am Sonntag weniger Besucher als in anderen Jahren. Es war zwar windig, aber zum Abbrennen des Rades blieb es dann trocken. Der langjährige Schiibesprenger Josef Hauswirth erklärt, dass 18 Helfer im Einsatz sind. Alleine um das Rad zu bedienen, braucht es vier Männer, die sich mit Feuerwehrjacken, Handschuhen und Helmen vor dem Feuer schützen.
Zum ersten Mal gekommen, ist ein Besucher aus Liestal. Eine Freundin aus Oeschgen hat ihn eingeladen. Das Fest gefällt ihm gut. Die Freundin aus Oeschgen meint begeistert: «Es ist das Geilste, was mit Feuer zu tun hat.»
1969 nach fast 30-jährigem Unterbruch liessen die «Schiibesprenger» den traditionellen Brauch in Oeschgen wieder aufleben und seit 40 Jahren dreht sich als besonderes Highlight das Feuerrad über Oeschgen. Schon nachmittags gingen die Besucher auch dem Scheibensprengen nach, bei dem brennende Holzscheiben über eine kleine Rampe ins Tal geschlagen werden. Besonders Kinder hatten eine grosse Freude daran, auch wenn nicht alle Versuche gleich glücken wollen. «Die ‹Schiibesprenger› sind eine Super-Truppe», meint eine Frau aus dem Dorf.