Wittnau
Fischen mitten in der Kirche

Gemeindeleiter Christoph Küng spricht am 17. Fasnachtsgottesdienst in Wittnau. Die Guggenmusik Chriesichlöpfer begleitet den Anlass im passenden Kostüm.

Martin Binkert
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Christoph Küng als Menschenfischer, für die Musik sorgen die Chriesichlöpfer. mbi

Christoph Küng als Menschenfischer, für die Musik sorgen die Chriesichlöpfer. mbi

Ungewöhnliches in der katholischen Kirche Wittnau: Vor dem Altar warfen drei Fischer ihre Ruten aus. An einer Angel hing ein rotes Herz. «Wir wollen Menschen fischen», sagte Gemeindeleiter Christoph Küng am Fasnachtsgottesdienst. «Da beisst aber niemand an», warf eine Stimme ein. «Häng lieber ein Stück Schokolade an deine Rute», lautete der Vorschlag. «Menschen fischen mit Schokolode?», nahm Küng den Vorschlag stirnrunzelnd auf und verwies auf die Stelle im Matthäus-Evangelium, wo Jesus den Brüdern Simon und Andreas zurief: «Folget mir. Ich mache Euch zu Menschenfischern». Sie liessen ihre Netze liegen und folgten ihm.

Die Wahl

«Haben wir auch die Wahl, die Netze liegen zu lassen?», fragte der Gemeindeleiter und ergänzte diese Frage humorvoll mit folgendem Spruch: «Sagt der Thunfisch zum Wal, was sollen wir tun, Fisch? Antwortet der Wal: Du hast die Wahl, Fisch.» Ja, was wäre, sinnierte Küng, wenn alle Christen auf der Welt das Evangelium leben würden. «Doch, fischen in der Kirche? Was würde wohl unser Bischof, der Papst, oder sogar Gott sagen, wenn sie wüssten, dass ich in der Kirche fische? Wie sähe dann meine Fiche aus?», meinte Küng augenzwinkernd mit diesem Wortspiel.

Einen farbenprächtigen und unüberhörbaren Auftritt hatte die Guggenmusik Chriesichlöpfer, die bereits zum 17. Mal den Fastnachtsgottesdienst verschönerte. Ihr Motto «Unterwasser» beeinflusste nicht nur ihre blau gefärbten und mit Fischen verzierten Kostüme, sondern bildete auch die Brücke zum Thema dieses Gottesdienstes. «Unsere Kirche können wir nicht unter Wasser setzen damit hier Fische schwimmen», so Küng. Doch «Menschen fischen» entspricht genau den Aussagen der Bibel.

Die Kollekte geht an das Wasserprojekt Tamahu in Südamerika, das von den Chriesichlöpfern unterstützt wird. Die Guggenmusiker bereicherten nicht nur den Gottesdienst, sondern gaben anschliessend vor der Kirche auch noch ein Ständchen. Wie immer nach dem Fasnachtsgottesdienst konnte man sich vor der Landi mit Brot, Wurst und Getränk versorgen.

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