Er ist «Mister Expo»: Bernhard Stöckli, 34. Seit er laufen kann, war er als Ausstellersohn an jeder Gewerbeschau in Frick dabei und ist es heute selber als Aussteller. In diesem Jahr präsidiert der Landschaftsarchitekt zudem zum ersten Mal das OK. «Wir sind mit der Expo 17 auf Kurs», sagt er. «Derzeit werden die letzten Aussteller platziert.» Insgesamt 92 Firmen zeigen sich und ihre Dienstleistungen vom 6. bis 8. Oktober in und um die Schulanlage Ebnet.

Das sind zwar sieben weniger als bei der letzten Expo, 2014. Stöckli ist dennoch zufrieden, doppelt sogar. Zum einen, weil man 2014 einen deutlichen Ausstellerrückgang hinnehmen musste. «Es fiel uns diesmal deutlich leichter, Firmen zum Mitmachen zu motivieren.»
Zum anderen, weil viele Messen – auch internationale – zusehends Mühe bekunden, die Ausstellerzahl zu halten, geschweige denn zu steigern. «Die Grundbegeisterung für Gewerbeschauen ist heute bei den Firmen verhaltener», hat Stöckli beobachtet. Dies hat vorab vier Gründe. Erstens sagen sich einige Unternehmen: «Ausstellen lohnt sich nicht mehr.» Andere Firmen konzentrieren sich, zweitens, auf firmenspezifische Events.

Drittens wirken sich die Grenznähe, der starke Franken und das veränderte Konsumverhalten auf die Umsätze aus – das Geld wird knapper. Und viertens setzen einige Unternehmen voll auf die Digitalisierung: Online- statt Stand-Präsenz, ist ihre Devise.

Diese Veränderungen führen auch bei jenen Unternehmen, die weiterhin an die Zugkraft einer Gewerbeschau glauben, zu einem Umdenken: «Es wird weniger Fläche gebucht als früher», sagt Stöckli. Deshalb hat die Expo in diesem Jahr ein Zelt weniger als 2014. Stöckli sieht es nicht als Handicap. Die Expo biete auch diesmal einen umfassenden Einblick in das Gewerbeleben der Region, ist er überzeugt.

Die Expo-Macher, ein zehnköpfiges OK, setzen dabei auf Bewährtes: Die Firmen präsentieren sich wiederum in Welten. Diesmal sind es 21 Welten, 2014 waren es deren 23. «Dieses Konzept hat sich bewährt», ist Stöckli überzeugt. Der Kontakt zwischen Besuchern und Ausstellern ist intensiver als bei einem herkömmlichen Standkonzept. Denn der Besucher wird «gezwungen», durch die Welt zu laufen. «Davon profitieren die Aussteller», sagt Stöckli. «Es erfordert aber gleichzeitig, dass sich die Firmen etwas einfallen lassen.» Die letzte Expo zeigte: Das tun sie.

Leistungsstarke Festwirtschaft

Auch gastronomisch verfährt die Expo ähnlich wie 2014. Insgesamt bieten die verschiedenen Beizen 250 bis 300 Sitzplätze. Hinzu kommen die kleinen Bistros innerhalb der Welten. Auf ein Rahmenprogramm wie etwa Helikopter-Rundflüge verzichten die Macher ganz. «Wir wollen das Fachliche in den Vordergrund stellen», sagt Stöckli. «Die Expo kommt gut ohne Rahmenprogramm aus.» Als Gastaussteller sind – wie 2014 – die «ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau» dabei. «Wir hatten von Ausstellern und Besuchern gute Rückmeldungen», begründet er die erneute Teilnahme. Viele empfanden es als Mehrwert, dass man sich an der Expo auch gleich über die Berufswahl informieren konnte.

Die nächste Generation

Stöckli, der bei der Expo vor drei Jahren als Vizepräsident «mitlief, um die Abläufe kennenzulernen», wie er es formuliert, erlebt seine erste Ära als Expo-Präsident als «weitgehend reibungslos». Dass man als Präsident der Problemlöser sei, kenne er vom Fricker Dorffest her, das ebenfalls vor drei Jahren stattfand. Hier präsidierte Stöckli ebenfalls das OK.

Auf die Frage, was ihn reizt, doch recht viel Zeit in die Gewerbeausstellung zu investieren, muss der 34-Jährige nicht lange überlegen. «Ich bin überzeugt, dass es etwas Gutes ist und dass die Expo uns Firmen viel bringt. Es ist wichtig, dass die Expo weiter besteht», sagt er, überlegt kurz, lacht. «Zudem bin ich halt jemand, der eher einmal mehr Ja sagt.»
Stöckli freut sich auf den 6. Oktober. «Es wird sicher ein gutes Gefühl sein, die Expo als Präsident eröffnen zu können.» Und auf noch etwas freut er sich: Zum ersten Mal wird in diesem Jahr seine kleine Tochter, 14 Monate alt, am Stöckli-Stand dabei sein. Die nächste Generation ist im Anmarsch. Die nächste Expo ebenso.