Gipf-Oberfrick
Filmreportage – 12-Jähriger ist Moderator in Film über den Palmsonntag

Das Binden von Palmen ist alter Brauch. In Gipf-Oberfrick wurde er nun erstmals auf einem Film festgehalten. Gedreht wurde am Wochenende, der 12-jährige Leon Schmid war als Moderator unterwegs.

Hans Christof Wagner
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Alles im Kasten: Kameramann Serge Policky filmt den 12-jährigen Leon Schmid und Gemeindeleiter Martin Linzmeier.

Alles im Kasten: Kameramann Serge Policky filmt den 12-jährigen Leon Schmid und Gemeindeleiter Martin Linzmeier.

hcw

Patrick Wagner vom Pfarreirat St. Wendelin hat die Idee eines Film-Projekts lange mit sich herumgetragen. Schliesslich fragte er die Kultusstiftung Gipf-Oberfrick um finanzielle Unterstützung an. Diese sagte zu und bat Wagner, einen kompetenten Filmemacher zu gewinnen.

Wagner kannte einen – Gusty Hufschmid aus Bad Säckingen, im Fricktal bekannt durch seine Imagefilme über Bad Säckingen, Rheinfelden und Laufenburg. Und dann galt es noch einen Moderator zu finden. Wagner wurde auch hier fündig. Durch die Dokumentation führt der 12-jährige Schüler Leon Schmid.

Moderator im Ministrantengewand

Weil dieser gleichzeitig auch Ministrant ist, trat er im entsprechenden Gewand vor die Kamera. Gezeigt wird im Film nicht nur, wie Palmsonntags-Palmen entstehen. Es sind auch Interviews zu sehen, die Leon mit Experten für diesen alten Brauch führt: mit Dorfhistoriker Werner Fasolin, mit dem Palmbauexperten Bernhard Schmid, mit dem Dorfältesten Othmar Häseli (94) und mit Gemeindeleiter Martin Linzmeier. Sie erläutern die religiösen und die volkskundlichen Hintergründe der österlichen Tradition.

Kameramann Serge Policky aus Basel: «Toll, wie Leon mitmachte, immer konzentriert und ganz unbefangen vor der Kamera, ein echtes Talent.» Dennoch, wie das beim Film halt so ist, musste das eine oder andere mehrfach gedreht werden – aus einer anderen Perspektive oder mit neuem Ton. Die Interviews fanden ja draussen statt und nicht im abgeschirmten Studio.

Policky äusserte sich gegenüber der Aargauer Zeitung auch beeindruckt vom Einsatz der Freiwilligen beim Binden der Palmen. «Mir fiel auf, wie viel Herzblut darin steckt.» Und: «Ich als Kameramann wurde gar nicht beachtet, das im Film Gezeigte ist absolut authentisch.»

50 Palmen an der Prozession

Dargestellt wird, wie aus Tannenbäumchen und anderem Material die Palmsonntags-Palmen entstehen. Die einen zieren Kränze aus Äpfeln, in anderen ist Buchs verarbeitet oder steckt ein Kreuz. 50 bunt verzierte Palmen waren es, die am Sonntag beim Gottesdienst und der Prozession präsentiert wurden. Patrick Wagner: «Wir in Gipf-Oberfrick haben damit sicher die grösste Dichte an Palmsonntags-Palmen im ganzen Fricktal.»

Auch am Sonntag war Policky mit seiner Kamera wieder präsent. Am Ende werden er und Hufschmid aus dem Rohmaterial eine rund 20-minütige Endversion schneiden, die in der Osternacht im Pfarreiheim St. Wendelin uraufgeführt wird. Bis dahin muss auch Leon Schmid noch warten. Auch als Hauptdarsteller bekommt er das Material vorher nicht zu sehen.

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