Grenznähe

Fiese Masche: So beklauen Trickdiebe Schweizer Einkaufstouristen

Kurz das Auto offengelassen und schon ist die Handtasche weg. (Symbolbild)

Kurz das Auto offengelassen und schon ist die Handtasche weg. (Symbolbild)

Auf den Parkplätzen vor deutschen Einkaufszentren lauern Diebe. Wer sein Auto auch nur kurz nicht abschliesst, weil er den Einkaufswagen zurückbringen will, muss mit einer bösen Überraschung rechnen.

Die schweren Einkaufstaschen sind im Auto verstaut, jetzt nur noch kurz den Einkaufswagen zurückbringen, bevor man die Heimfahrt antreten kann. Oft ist das der Moment der Unachtsamkeit, den Diebe aktuell vermehrt ausnutzen.

«Die Täter warten, bis Einkäufer ihr Auto beladen haben und den Wagen versorgen, ohne das Auto abzuschliessen. Dann wird die Handtasche aus dem Auto gestohlen», erklärt Paul Wissler, Pressesprecher des Polizeireviers Waldshut Tiengen.

Trickbetrüger haben es auf Einkaufstouristen abgesehen. Ein Geschädigter will nun selbst Jagd auf die Räuber machen.

Trickbetrüger haben es auf Einkaufstouristen abgesehen. Ein Geschädigter will nun selbst Jagd auf die Räuber machen.

Wer die Trickdiebe sind, die Einkaufstouristen auf dem Parkplatz überlisten, konnte die Polizei noch nicht ermitteln. Klar ist, in den letzten Monaten wurden vermehrt Fälle gemeldet, bei denen diese Masche angewendet wurde.

Nummernschild irrelevant

Dass sich vermehrt Schweizer Einkaufstouristen von den Diebstählen betroffen fühlen, liegt in Wisslers Augen an der Überzahl an Schweizern gegenüber heimischen Einkäfern in grenznahen Geschäften und Zentren. Seit dem Entscheid der Schweizer Nationalbank (SNB), den Euromindestkurs aufzugeben, boomt der Einkaufstourismus. Doch den Dieben «spielt es keine Rolle, woher das Auto kommt». Dass die Diebe in Schweizer Fahrzeugen eine besonders grosse Beute erwarten, kann Wissler so nicht bestätigen.

Unabhängig davon, ob deutsches oder Schweizer Nummernschild: Es empfiehlt sich, die Augen offen zu halten auf Parkplätzen rund um Einkaufszentren. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Paus Wissler sagt: «Wir raten, das Auto immer abzuschliessen.»

Warnung auf Facebook

Auch auf der sozialen Plattform Facebook war bereits von Trickdieben die Rede. Vor einigen Wochen kursierte ein vager Facebookeintrag, der Eltern warnen sollte. Eine Mutter wurde laut diesem Eintrag während des Bepackens ihres Autos vor dem Einkaufszentrum Laufenpark bestohlen. Als sie dem vermeintlichen Taschendieb nachrennen wollte, habe ein Komplize ihr Kind, das auf dem Rücksitz platziert war, mitnehmen wollen. Die Mutter habe aber noch schnell genug reagiert. Weitere Angaben zum konkreten Fall sind nicht verfügbar.

Verschiedene Trends

Das Aufkommen von Trickdiebstählen verhält sich laut Paul Wissler wellenförmig. Dabei löst ein Trend den anderen ab. Die Tricks halten sich meist nur so lange, bis die Polizei die Täter ermitteln kann. Diese Trickdiebe sind in der Regel andere als die üblichen Taschendiebe. «Wenn sich ein Trick bewährt, spezialisieren sich gewisse Täter darauf», sagt Paul Wissler.

«Es kommt immer wieder zu solchen Phänomenen», so Wissler. Letztes Jahr war der «Gold-Trick» beliebt. Dabei haben Trickbetrüger falschen Goldschmuck als Pfand gegen Bargeld angeboten, bevorzugt auf Autobahnraststätten oder auf dem Pannenstreifen. Die Opfer merkten erst später, wenn sie den Goldschmuck schätzen liessen, dass dieser wertlos war.

Auch der «Geldwechsel-Trick», bei dem das Opfer gebeten wurde, Münz zu wechseln, und dann seines Portemonnaies beraubt wurde, während es nach Wechselgeld suchte, oder der «Etwas fallen lassen»-Trick, bei dem das Opfer ausgeraubt wurde, währenddem es sich bückte, waren Trenderscheinungen der letzten Jahre.

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