Frick
FIBL-Studie zeigt: Biolandbau wirkt gegen den Klimawandel

Unter der Leitung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) wurde eine Studie erarbeitet, die zeigt, dass Biolandbau zur Minderung des Klimawandels beiträgt.

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Buntbracheen sind Bestandteil der biologischen Landwirtschaft.

Buntbracheen sind Bestandteil der biologischen Landwirtschaft.

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Der Biolandbau bindet mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre in die organische Bodensubstanz zurück und trägt so zur Minderung des Klimawandels bei. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe von internationalen Klimaexperten.

Unter der Leitung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick hat die Gruppe erstmals Daten von 74 Vergleichsstudien aus der ganzen Welt ausgewertet. In diesen Studien wurde organischer Kohlenstoff im Humus von Böden unter biologischer und konventioneller Bewirtschaftung gemessen. Die Ergebnisse wurden nun in der renommierten Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlicht.

Weltweite Analyse

Eine Analyse von 74 in aller Welt erschienenen Studien hat ergeben, dass die Kohlenstoffvorräte in biologisch bewirtschafteten Böden durchschnittlich um 3,5 Tonnen pro Hektare höher sind, als in nichtbiologisch bewirtschafteten. Aufgrund von 20 Studien konnten die Forschenden zudem berechnen, dass biologisch bewirtschaftete Böden bis zu 450 kg mehr atmosphärischen Kohlenstoff pro Hektare und Jahr speichern können. Signifikant höhere Kohlenstoffgehalte wurden auch auf Betrieben nachgewiesen, die keine Hofdünger von aussen zugeführt hatten. Dies zeigt, dass Humusmehrung und Kohlenstoffrückbindung in einem geschlossenen Betriebskreislauf, wie ihn der Biolandbau anstrebt, sehr wohl möglich ist.

«Dass biologisch bewirtschaftete Böden organische Substanz anreichern und so Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre rückbinden, führen wir vor allem auf Praktiken zurück, die für gemischt wirtschaftende Betriebe typisch sind», sagt Studienleiter Andreas Gattinger vom FiBL. Solche Betriebe mit Ackerbau und Tierhaltung, wie in der Schweiz üblich, führen organische Substanz in Form von Mist und Gülle sowie durch den Anbau von Futterleguminosen zurück in den Boden.

Dieser Kreislauf der organischen Substanz sei zwar ein typisches Merkmal biologischer Wirtschaftsweise, könne aber auch in der konventionellen Landwirtschaft angewendet werden und so zur Schonung des Klimas beitragen, betonen die Autoren der Studie.

Kohlendioxid ist ein Treibhausgas, dessen ansteigende Konzentration in der Atmosphäre für den Klimawandel mitverantwortlich ist. Die nun veröffentlichte Studie bestätigt das grosse Potenzial des Biolandbaus als klimafreundliches Anbausystem. Die Forscher weisen darauf hin, dass Kohlenstoffrückbindung in der Landwirtschaft nur ein Teil der nötigen Massnahmen zur Minderung des Treibhausgasausstosses sein könne. Emissionsreduktionen sind weltweit und in allen Sektoren nötig, um das Problem des Klimawandels in den Griff zu bekommen. Künftig gilt es, landwirtschaftliche Bewirtschaftungssysteme hinsichtlich ihrer Kohlenstoffrückbindung zu optimieren und die Erkenntnisse auf unterschiedliche Böden, Regionen und Anbausysteme zu übertragen. (PD)