Mettauertal
Feuerwehr-Boss: Ende einer Ära nach 29 Jahren

Thomas Szabo wurde nach 29 Dienstjahren in der Feuerwehr verabschiedet. Deshalb fand die diesjährige Schlussprobe der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen in einem etwas anderen Rahmen statt.

Hans Christof Wagner
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Er hat in 29 Dienstjahren bei der Feuerwehr 585 Einsätze, viele Übungen, Lehrgänge und Kurse absolviert: Thomas Szabo (rechts), hier mit seinem Stellvertreter Martin Oeschger. – Foto: hcw

Er hat in 29 Dienstjahren bei der Feuerwehr 585 Einsätze, viele Übungen, Lehrgänge und Kurse absolviert: Thomas Szabo (rechts), hier mit seinem Stellvertreter Martin Oeschger. – Foto: hcw

Thomas Szabo und sein Vize Martin Oeschger – auch für ihn war es der letzte Tag in der Feuerwehr Mettauertal – konnten den Ablauf der Schlussübung aus 32 Meter Höhe mitverfolgen. Ihre Kameraden hatten für beide eine Überraschung bereit. Ein Spezialfahrzeug, das seinen Tragekorb bis eben auf diese grosse Höhe ausfahren kann. Dank Beziehungen war es gelungen, das fabrikneue 800 000-Franken-Gerät für den einen Abend ins Mettauertal zu holen. Vor Übungsbeginn stand es noch gut versteckt im Kuhstall auf dem Hof von Urs und Dominik Oeschger, wo die Schlussübung stattfand. Als es dann herausfuhr, leuchteten die Augen des abtretenden Führungsduos. Zudem freuten sie sich über den Champagner, der zu ihren Ehren im Apéro-Zelt ausgeschenkt wurde.

Zu dem Zeitpunkt war die Übung zum Abschluss des Feuerwehrjahres 2013/2014 bereits in vollem Gange. Das Szenario: Ein Auto steht in «Flammen», darin «eingeklemmt» eine «verletzte» Person. Doch nicht nur der Wagen «brannte», das «Feuer» hatte auch schon auf Gebäude übergegriffen. Auch dort galt es zu «löschen» sowie «vermisste» Personen ausfindig zu machen und in Sicherheit zu bringen.

Liegestühle für den Ruhestand spendierten die Kameraden nach der Übung Thomas Szabo (links) und Martin Oeschger
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Leiter wird erklommen
Feuerwehrleute im Einsatz
Endprobe der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen in Oberhofen
Die Feuerwehr Mettauertal-Gansingen auf dem Hof von Urs und Dominik Oeschger in Oberhofen
Der Atemschutz bereitet sich für den Einsatz vor
Christian Fasler (neuer Vize-Kdt.) löst Martin Oeschger ab, Kdt. Thomas Szabo gibt sein Amt an Thomas Senn ab.
Der abtretende Kommandant mit der Übung zufrieden
Atemschutzgruppe ist vorgerückt

Liegestühle für den Ruhestand spendierten die Kameraden nach der Übung Thomas Szabo (links) und Martin Oeschger

Hans Christof Wagner

Hinterher, bei der Besprechung, sprach Kommandant Szabo von einem schnellen und professionellen Ablauf, lobte besonders den Einsatz der Atemschutzgruppe. Allerdings gab es auch Probleme – mit der Funkverbindung und der Leiter, welche die Feuerwehrleute zur Personenrettung am Heuschober des Oeschger-Hofes anlegten. Dass sich dort Kühe befinden und die Gebäude nah beieinanderstehen, waren die Herausforderungen bei dieser Übung.

Viele echte Einsätze erlebt

In seiner aktiven Zeit hat Thomas Szabo viele Übungen und echte Einsätze erlebt. Seinen Werdegang unter den freiwilligen Rettern streifte Gansingens Gemeinderat Otto Senn im ehemaligen Gemeindehaus Oberhofen, wo die Feuerwehr nach Abschluss der Übung zusammenkam. Senn hatte Szabos Dienstbuch ausgewertet. In den 29 Dienstjahren kam es danach zu 585 Einsätzen und Übungen sowie zahlreichen Lehrgängen und Kursen. Szabo (50) war 1986 in die damalige Feuerwehr Gansingen-Oberhofen eingetreten und wurde 2004 deren Kommandant. Nach der Gemeindefusion 2010 übernahm er das Kommando der auf 165 Mann angewachsenen Wehr von Mettauertal-Gansingen. Oeschger (44), seit 1991 Feuerwehrmann, war zuvor Kommandant von Wil-Hottwil und ab 2012 Vize von Szabo.

Nachfolger: Thomas Senn und Christian Fasler

Seit zwei Jahren stand die Nachfolge fest: Thomas Senn (38) und Christian Fasler (35). Sie haben die Zeit bis zum Wechsel damit verbracht, die erforderlichen Lehrgänge zu absolvieren. «Thomas Senn bringt neuen Wind in die Feuerwehr von Mettauertal-Gansingen, da bin ich mir sicher», sagte Szabo. Auch bei der Feier im Gemeindehaus gab es für die abtretenden Chefs noch eine Überraschung: Liegestühle für den Ruhestand und Sonnenschirme, auf denen alle Kameraden unterschrieben.

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