Fricktal
Feuertaufe für den neuen Gemeinderat von Eiken

Gemeindeammann Patrik Balmer verabschiedete Vorgänger Peter Balzer nun offiziell aus dem Amt. Zwei Geschäfte wurden zurückgewiesen.

Hans Christof Wagner
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Gemeindeammann Patrik Balmer (links) verabschiedete Vorgänger Peter Balzer nun offiziell aus dem Amt, in der Mitte Sibylle Balzer. Hcw

Gemeindeammann Patrik Balmer (links) verabschiedete Vorgänger Peter Balzer nun offiziell aus dem Amt, in der Mitte Sibylle Balzer. Hcw

Hans Christof Wagner

Gemeindeammann Patrik Balmer machte aus der Not eine Tugend und ging offensiv mit seiner Unsicherheit um: «Für mich ist das die erste Gemeindeversammlung, entschuldigen Sie bitte die Nervosität und mögliche Fehler», wandte er sich gleich zu Beginn an den Souverän.

Zum Auftakt spielte die Musikgesellschaft Eiken – zu Ehren der neu gewählten Gemeinderäte, wie Balmer sagte. Die Musiker stimmten auch «Smoke on the water» von Deep Purple an.

1450 Stimmberechtigte gibt es in Eiken. Wie der neue Gemeinderat seine Feuertaufe besteht, wollten indes nur 140 miterleben, zu wenig für eine definitive Beschlussfassung, wozu 290 hätten anwesend sein müssen.

Aber so richtige Aufregerthemen standen ja nicht auf der Traktandenliste. Geringfügige Kreditabweichungen bei der Pausenplatzgestaltung des Schulhauses und beim Projekt Melioration Eiken wurden nicht moniert.

Guter Rechnungsabschluss

Auch beim Thema Rechnung hatte der Gemeinderat nichts zu befürchten. Kann er für 2014 doch einen Ertragsüberschuss von 1,12 Millionen Franken präsentieren – ein Vielfaches dessen, was für das vergangene Jahr budgetiert war, rund 350 000 Franken.

Balmer dämpfte jedoch die Erwartungen. Steuermehreinnahmen in Höhe von 926 000 Franken seien zum Grossteil nur einmalig und für die kommenden Jahre nicht nochmals zu erwarten.

Diskussionen entstanden erst ab Traktandum 5 – als es um die Themen Erschliessung, Aus- und Umzonung sowie Nachverdichtung ging. Mitunter konnten Balmer und sein Team auf kritische Wortmeldungen nicht viel entgegnen, verwiesen auf den vorausgegangen Architektur- und Investorenwettbewerb für das am südlichen Dorfeingang, zwischen Schupfarterstrasse und Bergstrasse gelegene noch unbebaute Grundstück Mühle/Chessel.

Zwei Geschäfte zurückgewiesen

«Die Ressource Bauland ist nur noch sehr beschränkt verfügbar. Es ist ein Gebot der Stunde, das noch vorhandene Bauland haushälterisch und optimiert zu bebauen», hiess es in der Vorlage.

Im Klartext heisst das: Im Gebiet Buchhaldenweg/Oberdorfstrasse soll nachverdichtet werden, längere und auch höhere Häuser sollen möglich sein. Eine Votantin sagte, das nehme Bewohnern von Einfamilienhäusern Licht weg. So fand der Zurückweisungsantrag von Anstösser Hans John mit 52 Ja- und 36 Nein-Stimmen eine Mehrheit. Der Antrag auf Umzonung von W2a in W2b ging zurück an den Gemeinderat.

Auch Traktandum 8 (Erschliessung des Baugebiets zwischen Buchhaldenweg und Oberdorfstrasse) ereilte dieses Schicksal, auch hier auf Antrag von Hans John (61 Ja, 26 Nein). Kritik gab es am geplanten Verlauf der Erschliessungsstrasse. Die Erschliessungskosten – der Gemeinderat hatte einen 770 000-Franken-Kredit dafür beantragt – müssen neu kalkuliert werden.