Mettauertal
Feuerstelle und Holzbrücke: Forstwartlehrlinge bringen Leben in den Wald

Die Lehrlinge sorgen für mehr Erholung und Sicherheit in der Region. Zwischen den Lernenden , den Gemeinde und dem Försterverband ist es ein Geben und Nehmen.

Rael Probst
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Lehrlinge beim Errichten des Holzkastens zur Stabilisierung des Abhangs RAP

Lehrlinge beim Errichten des Holzkastens zur Stabilisierung des Abhangs RAP

Rael Probst

Eine Feuerstelle für das Schützenhaus Mettauerberg ist nicht das einzig Neue im Mettauertal: 25 Forstwartslehrlinge absolvieren den Baukurs dieses Jahr in den Wäldern der Region. An acht Baustellen, die weit auseinander liegen, haben die Dritt-Lehrjahr-Stifte in Dreier- und Vierergruppen bleibende Werte geschaffen: Es entstanden unter anderem kleine Blockhäuser, ein Holzkasten und – als Highlight – eine überdachte Holzbrücke. Mit den Blockhäusern dürfen sich Kindergärten der Region über Unterstände freuen. Der Holzkasten sichert oberhalb von Hottwil einen abrutschgefährdeten Hang. «Alle Baustellen haben ihren Sinn und erfüllen, nach vollständigem Errichten, ihren Zweck in der Natur», sagt Kursleiter Oliver Eichenberger.

Grosse Pläne

Die Gemeinde und auch der Kanton sehen das Projekt als grossen Gewinn für die Region. Blickt man 50 Jahre voraus, werden mehr Häuser in Waldnähe stehen, die Menschen werden dem Wald mehr abverlangen; eine Freizeitzone soll nach und nach entstehen. Man hoffe, auch im Hinblick auf eventuellen Tourismus, dieses Projekt gelinge. Wichtig dabei sei allerdings, dass der Wald, Wald bleibt, dass man sich fragt: Wie viel Infrastruktur braucht es hier wirklich? Bis jetzt beeindruckt das noch nicht ganz fertiggestellte Resultat Anwohner, Spatziergänger und auch die Veranstalter selbst.

Ein Geben und Nehmen

Zwischen Lehrlingen, Gemeinde und dem Försterverband ist es ein Geben und Nehmen. Neues erleben, Erfahrungen sammeln, die im späteren Berufsleben von Relevanz sind, aber auch etwas mit den Händen - und Maschinen - errichten, das anderen später Freude macht, sind genug Motivationsgründe für die Mitarbeit am Projekt. Die Gemeinde wird vom Endprodukt profitieren und der Verband hat ein weiteres glamouröses Projekt zustande gebracht.

Die Lehrlinge frühstücken gemeinsam, verbringen den Tag an zwei Baustellen und lernen beim theoretischen Unterricht vor Ort, zusätzlich zur Berufserfahrung, noch mehr. Ein gemeinsames Mittagessen gibt dem Kurs familiären Charakter.

Besonders stolz sind die Veranstalter auf ein Nebenprojekt: künstliche Bruthöhlen für den Eisvogel. «Ja, wir haben viele Baustellen hier; allerdings nicht diejenigen, die in der Region Probleme machen», schmunzelt Peter Weber, Gemeindepräsident Mettauertal.

Jede Baustelle hat einen Leiter, der Anweisungen gibt, die Lernenden beobachtet und schliesslich auch ihre Arbeit bewertet. Beim Betrachten dieser gelungenen Arbeit, die ihr Können zeigt, blicken die Jugendlichen mit neuem Selbstvertrauen auf die kommenden Abschlussprüfungen.

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