Kaiseraugst

Fernwärme oder Wärmepumpe? Alt Gemeinderat Meinrad Schmid stört sich an «Insellösung»

Die Versorgung der Turnhalle Liebrüti in Kaiseraugst sorgt für Diskussionen.

Die Versorgung der Turnhalle Liebrüti in Kaiseraugst sorgt für Diskussionen.

Meinrad Schmid kritisiert die Abkehr von der Fernwärme. Der CO2-Ausstoss soll auf dem ganzen Gemeindegebiet reduziert werden und nicht nur punktuell bei den Gemeindeliegenschaften findet alt Gemeinderat Schmid.

Am 19. August haben es die Stimmbürger von Kaiseraugst in der Hand. Sollen Schulhaus und Turnhalle Liebrüti weiter mit Fernwärme versorgt werden? Oder soll künftig eine Wärmepumpe die beiden Immobilien beheizen? Der Gemeinderat empfiehlt Letzteres und möchte, dass der Souverän für die Investition 750'000 Franken bewilligt. Alt Gemeinderat Meinrad Schmid stört sich in einem Leserbrief an dem, was er «Sonderweg» und «Insellösung» nennt.

Noch werden Schulhaus und Turnhalle Liebrüti mit Fernwärme der Hoffmann-La Roche beheizt. Seit 1975, aber nur noch bis Ende Jahr. Für die Zeit ­danach stehen zwei Varianten im Raum – weiter Fernwärme, dann von der AEW Energie AG bereitgestellt, oder der Einbau zweier Luft/Wasser-Wärmepumpen.

Der Gemeinderat stört sich daran, dass Betreiber von Fernwärmenetzen zwar in der Grundlast erneuerbare Energien wie Holz verbrennen, in der Spitzenlast aber nicht auf fossile Träger wie Öl und Gas verzichten. Kaiseraugst habe als Energiestadt bezüglich Umwelt und CO2-Neutralität eine «Vorreiterrolle», und diese gelte es zu berücksichtigen, schreibt der Gemeinderat in der Botschaft zur Gemeindeversammlung. «Aus Sicht des Gemeinderates ist die Wärmepumpe die umweltfreundlichere Wahl und auf lange Sicht kostengünstiger», heisst es darin weiter.

Auch nicht zu 100 Prozent mit Ökostrom

Schmid bezweifelt das. «Wärmepumpen werden sicher auch nicht zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben.» Fernwärme ohne fossile Energieträger sei zwar «praktisch unmöglich». Aber: «AEW hat doch im Vorfeld versprochen, bis zu 90 Prozent auf Holz als Brennstoff zu setzen.» Schmid sagt, ihn störe, dass «etwas Bestehendes und Erprobtes plötzlich nicht mehr gut sein soll». Indem die Gemeinde weiterhin Fernwärme beziehe, könne sie Eigentümern privater Liegenschaften gegenüber eine Vorbildfunktion einnehmen, findet Schmid, der von 1978 bis 2004 Gemeinderat und Vizeammann in Kaiseraugst war. Es müsse die Politik des Kaiseraugster Gemeinderats sein, den CO2-Ausstoss auf dem ganzen Gemeindegebiet zu reduzieren und nicht nur punk­tuell bei den Gemeindeliegenschaften, findet er. 

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