Farben wirken sich auf unsere Psyche, unsere Laune und unsere Stimmung aus. Neben dem sichtbaren Einsatz von Farbe bedienen wir uns auch gerne mit «bunten« Metaphern. Etwa, wenn jemand das Blaue vom Himmel erzählt, wir rot sehen, die Welt durch eine rosarote Brille betrachten, einen rabenschwarzen Tag erleben oder einer eine weisse Weste hat.

Das richtige Farbkonzept

Ob wir uns in einem Raum geborgen fühlen, motiviert für Neues sind oder einfach die Seele baumeln lassen möchten, hängt wesentlich von der Farbe ab, mit der dieser Ort gestaltet wurde. Im neuen Münchwiler Schulhaus wurde diesem Aspekt mit einem harmonischen, gleichzeitig inspirierenden Farbkonzept Rechnung getragen. Verantwortlich dafür ist der Farb- und Feng-Shui-Berater Fabrice Müller aus Stein.

Dass die sehr bewusst gewählten Farben ein angenehmes Lern- und Arbeitsklima unterstützen, kann Schulleiter Markus Obrist nur bestätigen. Er sitzt im neuen – blauen und damit beruhigenden – Lehrerzimmer. In den Unterrichts- und Gruppenräumen sind die Böden sowie einzelne Wände in Grün-, Gelb- und Orangetönen gehalten.

Diese, die Konzentration fördernden Farben wiederholen sich in Feng-Shui-Elementen in den Gängen. «Es ist eine einladende Freude, wenn man das Schulhaus betritt», so Obrist.

Für Feng-Shui-Berater Fabrice Müller sind Farben nicht nur schmückendes Beiwerk. «Sie beeinflussen bewusst und unbewusst die Ausstrahlung eines Raumes auf uns Menschen.» Der Fachmann wird am Dienstag, 29. September, 19.30 Uhr, im Schulhaus Münchwilen der interessierten Bevölkerung mehr dazu berichten.

Auch im Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) mit seinen beiden Spitälern in Rheinfelden und Laufenburg weiss man um die Wirkung der Farben. «Farben spielen eine wichtige Rolle für das persönliche Wohlbefinden eines Menschen und wirken sich auch auf den Genesungsprozess entsprechend positiv aus. Daher werden Farben, wenn immer dies möglich ist, bei der Gestaltung von Räumen berücksichtigt», erklärt Miriam Crespo, Kommunikationsverantwortliche des GZF.

Einschränkungen bestehen bei für Spitäler typischen Vorgaben und Restriktionen. So etwa bei der Hygiene und der Sicherheit von Materialien und Oberflächen. In Räumen, in denen viel Technik vorkommt, müssen leitfähige Böden verlegt werden. «Das reduziert die Auswahlmöglichkeit auf rund sechs Bodenfarben», so Crespo.

Hotel- statt Klinikkonzept

Anders verhält es sich in der Wochenbettabteilung, welche beim GZF im Regionalspital Rheinfelden untergebracht ist. «In der Geburtsabteilung werden wir erstmals ein spezielles Beleuchtungskonzept einsetzen, das je nach Befinden und Wunsch der gebärenden Frau Licht in verschiedenen warmen Farbtönen ausstrahlt. Damit können wir individuell auf jede Frau eingehen und ihren Gemütszustand berücksichtigen», sagt Miriam Crespo. «Gebärende Frauen sind per se nicht krank. Deshalb setzt man hier auf ein Hotel- statt eines Klinikkonzeptes.»

In der neuen Frauenklinik, die das GZF am 10. Oktober in Rheinfelden eröffnet, wurde nebst den Materialien und den Lichtquellen ebenfalls grossen Wert auf die richtigen Farben gelegt. So wird für die Patienten ein angenehmes Ambiente geschaffen.

«Wir achten zum Beispiel darauf, dass kopfteilig gemalt wird und so die Prinzipien von Feng Shui berücksichtigt werden.» Im GZF wird deshalb auf beunruhigende, grelle Farben verzichtet. Dafür werden warme, beruhigende Aquarell-Farben verwendet, «die dennoch intensiv und ausdrucksstark sind», so Crespo.

Auch im Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg spielt beim Neubau – ein Teil der Zimmer wurde bereits bezogen – die Farbe eine wichtige Rolle. Jeder Raum verfügt über ein eigenes Konzept. Von einem Streifen neben der Eingangstüre, zur Schiebetüre bei der Nasszelle bis hin zum Vorhang werden alle Räume aus der Palette der Regenbogenfarben gestaltet.