Rheinfelden
Feldschlösschen liefert Wärme: Stadt nutzt Abwärme der Bierbrauer

Die AEW Energie AG in Aarau realisiert, gemeinsam mit der Gemeinde, in Rheinfelden einen Wärmeverbund mit voraussichtlich 6 Megawatt (MW) Wärmeleistung.

Walter Christen
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Die Abwärme der Bierbrauer fliesst in den Wärmeverbund ein.

Die Abwärme der Bierbrauer fliesst in den Wärmeverbund ein.

Mit einer Beteiligung von je 50 Prozent wurde Ende 2012 die Wärmeverbund Rheinfelden AG gegründet, nachdem für die Realisierung eine Kapitalbeteiligung von 2,5 Millionen Franken an die neue Aktiengesellschaft sowie 5 Millionen Franken für die Gewährung eines Aktionärsdarlehen an diese Gesellschaft genehmigt wurde.

Ferner wurden 3,4 Millionen Franken für die Strassensanierungen im Zuge der Realisierung des Wärmeverbundes im Bereich der Altstadt ebenfalls bewilligt.

Abwärme aus der Produktion

Das Konzept sieht vor, Abwärme aus verschiedenen Produktionsprozessen und aus der Vorkläranlage der Feldschlösschen Getränke AG in Rheinfelden zu nutzen. Dabei handelt es sich um Niedertemperaturabwärme, die für das Unternehmen nicht mehr nutzbar ist. Diese soll über eine Wärmepumpenanlage in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

Künftig werden Liegenschaften im Perimeter Rheinfelden Mitte, bestehend aus der neuen Überbauung Salmenpark, dem Gebiet Schifflände und Teilen der Altstadt, mit Wärme versorgt. Die Stadt Rheinfelden unterstützt das Projekt und wird die gemeindeeigenen Liegenschaften mit umweltfreundlicher Wärmeenergie versorgen. Als erfahrener Contractor plant, baut und betreibt die AEW Energie AG diesen Wärmeverbund.

Zentrale bei Feldschlösschen

Rund 93 Prozent der benötigten Wärme werden im normalen Betrieb CO2-neutral oder CO2-frei erzeugt und in das Wärmenetz eingespeist. Die restliche Wärme (Spitzenlast, Notversorgung) wird aus einer Gas-Wärme-Erzeugungsanlage ebenfalls in das Wärmenetz eingespeist. Die Zentrale befindet sich auf dem Gelände der Feldschlösschen Getränke AG. Somit kann zur Deckung der Spitzenlast und Notversorgung die bestehende Infrastruktur genutzt werden. Die Energielieferantin versorgt die Liegenschaften über eine Wärmeübergabestation ganzjährig mit Heizwasser für Raumwärme und Brauchwarmwasser.

Die erste Etappe der Bauarbeiten für den Wärmeverbund Mitte erstrecken sich von der Brauerei Feldschlösschen (Zentrale Wärmeverbund) via Klossfeldstrasse, nördliche Baslerstrasse, Habich-Dietschy-Strasse bis zum Anschluss Oelwegli. Wie die Aargauer Zeitung von Heinz Wernli von der AEW Energie AG in Erfahrung bringen konnte, sind die Baurbeiten im Zeitplan.