Rheinfelden
Feldschlösschen-Fuhrmann wird nach 40 Jahren im Dienst pensioniert

Walter Spycher hat seine Leidenschaft für Pferde zum Beruf gemacht: 40 Jahre arbeitete er als Fuhrmann bei der Brauerei und Getränkehändlerin Feldschlösschen in Rheinfelden.

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Geht in Pension: Fuhrmann Walter Spycher. zvg

Geht in Pension: Fuhrmann Walter Spycher. zvg

Walter Spycher machte sich verdient bei der Ausbildung junger Fuhrmänner sowie bei der Beschaffung und Eingewöhnung neuer Brauereipferde. Bekannt und geschätzt wurde er als souveräner Fuhrmann des Sechsspänners, mit dem er in der ganzen Schweiz als «Feldschlösschen-Botschafter» unterwegs war. Jetzt geht Walter Spycher in Pension.

Geduld und Improvisationsgeist stellte Walter Spycher oft unter Beweis, wenn bei den zahlreichen Auftritten und Fahrten mit dem Sechsspänner Not am Mann beziehungsweise am Pferd war.

Walter Spycher war auch oft mit dem Zweispänner in Rheinfelden anzutreffen, wo auch heute noch täglich Kunden Bier und Getränke mit dem Pferdegespann geliefert erhalten. Walter Spycher gilt als einer der Profis unter den Sechsspänner-Fahrern der Schweiz. Für seine Fahrkunst geniesst er in der ganzen Schweiz hohes Ansehen, denn die imposanten Brauereipferde samt Wagen ohne Zwischenfall durch grosse Menschenmengen zu führen, braucht viel Können und Erfahrung.

Der Lehrmeister

Walter Spycher führte in den 40 Jahren seiner Tätigkeit einige junge oder neue Fuhrmänner in das Feldschlösschen-Team ein und bildete sie aus. Wenn neue Brauereipferde beschafft wurden, war «Walti», wie er von seinen Kollegen genannt wird, meist dabei. Auch die belgischen Kaltblüter führte er mit Umsicht in die Gruppe der Brauereipferde ein und lehrte sie behutsam an, am Sechsspänner zu laufen.

Auch neben dem Beruf dreht sich bei Walter Spycher alles ums Pferd. Als passionierter Reiter und Fahrer nimmt er in seiner Freizeit an zahlreichen Veranstaltungen teil. Private Kutschenfahrten, die er beispielsweise für Hochzeiten durchführt, sind ein weiteres Hobby. Eine besondere Vorliebe hat er neben den belgischen Kaltblütern für schwarze Pferde, die «Kohlis», wie er sie liebevoll nennt. «Schwarze Pferde bestechen mit ihrer Eleganz», sagt Walter Spycher dazu.

Mehr Zeit für die Familie

Auch nach seiner Pensionierung wird Walter Spycher seine Leidenschaft für Pferde weiterhin pflegen. Auch für ein Bier mit den Kollegen wird er sicherlich Zeit haben. Besonders freut sich Walter Spycher jedoch darauf, wieder mehr Zeit für seine Frau Sylvia zu haben – die er bei Feldschlösschen kennen lernte, und für seine Tochter. Langweilig wird es ihm bestimmt nicht, wird er denn auch zukünftig auf dem vom Bruder übernommenen Elternhof gelegentlich mitanpacken. (AZ)