Frick
«Februar-Märt» im März – warum eigentlich?

Marktbesucher und Marktfahrer müssen sich dieses Jahr etwas länger gedulden. Denn der Februar-Märt findet im März statt.

Werner Hostettler
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Die traditionellen Fricker Märkte ziehen zu allen Jahreszeiten immer eine grosse Besuchermenge aus nah und fern an. az-archiv

Die traditionellen Fricker Märkte ziehen zu allen Jahreszeiten immer eine grosse Besuchermenge aus nah und fern an. az-archiv

Wer den diesjährigen Fricker Märt-Kalender studiert, der stellt fest, dass der «eigentlich traditionelle» Februar-Märt erst für Montag, 7. März, terminiert ist. Heute Samstag vor 310 Jahren, am 22. Januar 1701, verlieh Kaiser Leopold I., «von Gottes Gnaden Erwöhlter Römischer Kayser», der Gemeinde Frick das Marktrecht für jährlich zwei Märkte.

In der Originalurkunde sind die beiden Jahrmarkttage wie folgt festgesetzt: «den ersten am dreyzehenden Juli, ihn anderten aber am 14ten novembris». Nach 1800 war der Anspruch auf vier Jahrmärkte angewachsen und seit 1820 finden die Fricker Märkte immer an einem Montag statt.

Am Tag nach Estomihi

Nun aber findet der Februar-Märt erst im März statt. Die Frage nach dem Warum beantwortet Gemeinderat Thomas Stöckli, Präsident der Marktkommission: «In Artikel 6 des am 1. Januar 1976 in Kraft getretenen Marktreglements wird festgehalten, dass die Warenmärkte immer am Fasnachtsmontag (Montag vor Aschermittwoch) sowie am zweiten Montag in den Monaten Mai, August und November stattfinden.» Oder, anders gesagt, findet der Februar-Märt jeweils am Rosenmontag statt, der auf den Tag nach Estomihi (siebter Sonntag vor Ostern) fällt. Weil Ostern dieses Jahr aber erst gegen Ende April im Kalender erscheint, verschiebt sich eben das Februar-Märtgeschehen in den März hinein.

Zur Entstehung der Bezeichnung Rosenmontag, der übrigens erst im 19. Jahrhundert seine heutige Bedeutung gewann, gibt es verschiedenste Theorien. Eine besagt, dass die Bezeichnung überhaupt nichts mit Blumen zu tun hat, vielmehr von «rasen» abgeleitet ist, was so viel heisst wie «lustig sein, sich austoben und toll gebärden».

Im schwäbisch-allemannischen Raum wird denn auch dieses Jahr wieder der so genannte Narrensprung regieren und Passanten erschrecken.

Anders dagegen am «hinausgeschobenen» Fricker Februar-Märt, der am Montag, 7. März, zweifellos wiederum unzählige Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern in den verkehrsfreien Dorfkern der oberfricktaler Metropole zu locken vermag; das Marktgeschehen sich aber dennoch im traditionell gesitteten Rahmen abwickeln wird.