Nun ist es offiziell: Alle vier Fricker Ortsparteien empfehlen neben den vier bisherigen Gemeinderäten, die am 24. September nochmals antreten, SVP-Mann Adrian Speckert zur Wahl. Der 40-jährige Postauto-Chauffeur soll den Sitz zurückerobern, den die Partei vor vier Jahren nach dem Rücktritt von Anton Mösch verloren hat – mangels SVP-Papabili. Speckert soll, wenn man so will, den SVP-Bus wieder im Gemeindehaus parken.

Speziell an der Wahlempfehlung ist die Haltung der FDP: Sie unterstützt die Kandidatur Speckert, weil sie den Sitzanspruch der wählerstärksten Partei anerkennt, wie Parteipräsident Rudolf Heusser gegenüber der AZ sagt. Die SVP in die Regierung – und damit die Verantwortung – einzubinden, hält er wie die anderen Ortsparteien für wichtig.

Bürgerlicher Zweikampf

Nur: Mit Eugen Voronkov, 36, tritt eben auch ein FDPler zur Wahl an, der bereits mehrmals auf der FDP-Liste für den Grossrat kandidiert hat. Dass ihn seine Partei nicht unterstützt, findet er schade. Dies zeichnete sich jedoch bereits in den Vorgesprächen ab und deshalb kandidiert Voronkov nun als Parteiloser. Er akzeptiere den Entscheid seiner Partei, sagt Voronkov. Wobei es mit dem Attribut «seiner» so seine Sache ist: Sein Parteistatus wird unterschiedlich beurteilt. Die Partei ging davon aus, dass er aus der Ortspartei ausgetreten ist – Voronkov dementiert dies.

«Ich finde es schade, dass mich die FDP nicht unterstützt, akzeptiere es aber.»

Eugen Voronkov, FDP

«Ich finde es schade, dass mich die FDP nicht unterstützt, akzeptiere es aber.»

Speziell findet der Aussendienstmitarbeiter, der seit 25 Jahren in Frick wohnt, dass der Sitzanspruch vor vier Jahren kein Thema war und nun in den Vordergrund gerückt wird. Er werde der FDP trotz mangelnder Unterstützung nicht den Rücken kehren, versichert Voronkov. «Ich bin in der Partei, weil sie mir politisch nahe steht und meine Wertvorstellungen vertritt.»
Voronkov ist sich bewusst: Nach der klaren, vierstimmigen Empfehlung für Speckert wird es für ihn schwieriger, gewählt zu werden – zumal die SVP über eine e

«Für den ersten Wahlgang kann die gemeinsame Wahlempfehlung ein Vorteil sein.»

Adrian Speckert, SVP

«Für den ersten Wahlgang kann die gemeinsame Wahlempfehlung ein Vorteil sein.»

benso breite wie parteitaktisch agierende Basis verfügt.

Er hofft, dass er Stimmen aus allen Parteien erhält. Und insgeheim dürfte er auch auf einen zweiten Wahlgang hoffen. Denn dann werden die Karten neu gemischt. FDP-Präsident Heusser sagt dazu: «Wenn es zu einem zweiten Wahlgang kommt, beurteilen wir die Situation neu.»
Ob es dazu kommt, lässt sich nicht abschätzen. Beide, Voronkov wie Speckert, wollen sich deshalb auch nicht auf Spekulationen einlassen.

Für den ersten Wahlgang «kann die gemeinsame Wahlempfehlung ein Vorteil sein», sagt Speckert, lacht. «Wissen werden wir das am 24. September.» Für ihn widerspiegelt die Empfehlung, «dass auch die drei anderen Parteien der Auffassung sind, die SVP muss im Gemeinderat vertreten sein». Neben der Parteifrage hält es Speckert auch für wichtig, dass jemand mit Bauerfahrung im Gemeinderat sitzt. «Als gelernter Elektromonteur bringe ich das mit.»

Finanzen und Asylwesen

Auf die Herausforderungen angesprochen, die auf Frick zukommen, gleichen sich die Antworten der beiden Kandidaten – was angesichts ihrer politischen Nähe wenig erstaunt. Beide halten das schnelle Wachstum respektive den Umgang mit demselben für ein zentrales Thema. Die Verkehrsfrage stellt für beide einen zweiten Schwerpunkt dar.

Bei der dritten Herausforderung spürt man dann den Parteigroove: Während Voronkov seinen Fokus auf die Finanzen und die Steigerung der Attraktivität der Gemeinde für Unternehmen legt, will Speckert die Asylpolitik im Auge behalten. «So wie es jetzt läuft, ist es gut», attestiert er, warnt aber gleichzeitig: «Es kann schnell anders kommen.»