Fricktal
Faule Halter lassen Hundekot liegen – das stinkt den Gemeinden gewaltig

Oftmals sorgt die Faulheit der Besitzer dafür, dass die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zurückbleiben.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Wenn Hunde auf öffentlichen Plätzen ihr Geschäft verrichten, stehen ihre Besitzer in der Verantwortung, die Hinterlassenschaft zu beseitigen.Symbolbild/Keystone

Wenn Hunde auf öffentlichen Plätzen ihr Geschäft verrichten, stehen ihre Besitzer in der Verantwortung, die Hinterlassenschaft zu beseitigen.Symbolbild/Keystone

Thinkstock

Hundebesitzer sind verpflichtet, den Kot ihres Hundes aufzusammeln und zu entsorgen. Jedoch nehmen es manche Herrchen mit der sogenannten Kotaufnahmepflicht nicht so genau. Dies stinkt vielen Gemeinden. Immer wieder müssen sie in ihren Mitteilungen die Hundebesitzer auffordern, die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners nicht liegen zu lassen, sondern diese in die Robidog-Kästen zu entsorgen.

So auch aktuell die Gemeinde Oeschgen, in der sich im letzten Monat mehrere Einwohner telefonisch und am Schalter der Verwaltung über die ekligen Hinterlassenschaften beschwerten.

«Wenn wir einen Aufruf starten, dann hat dieser immer nur einen kurzfristigen Effekt», sagt Gemeindeschreiber Roger Wernli. Die Häufchen-Problematik zeigt sich vor allem auf Naherholungswegen fernab des Dorfkerns. «Auf diesen Wegen ist die Hemmschwelle, den Hundekot liegen zu lassen, niedriger, weil die Hundehalter sich unbeobachtet fühlen», nennt Wernli hierfür als Grund.

Hundekot-Säckchen per Post

Zwar können auf der Gemeindeverwaltung Hundekot-Säckchen gratis bezogen werden – wie bei den meisten Gemeinden –, «dennoch ist es eine Überlegung wert, diese zukünftig mit der Hundesteuer an die Hundehalter zu verschicken», sagt Wernli. Von dieser Idee hält Rolf Dunkel, Gemeindeschreiber von Magden, wenig, denn: «Oftmals ist zu beobachten, dass Hundekot in der Nähe von Robidog-Behältern liegt und nicht aufgenommen wird, obwohl die Säckchen unmittelbar verfügbar wären», sagt er.

Auch in Zeiningen sind die «Tretminen» ein Problem. Immer wieder gehen Reklamationen in der Gemeindeverwaltung und beim Werkhof ein. «In letzter Zeit häufen sich die Hinterlassenschaften auf dem Schulareal. Dies ist besonders für die dort spielenden Kinder problematisch», sagt Livia Grossmann, stellvertretende Gemeindeschreiberin. Zum Grund, wieso die Hundehalter die Hinterlassenschaften nicht entsorgen, sagt sie lakonisch: «Faulheit.»

Gesundheitsrisiko für Tiere

In der Gemeindeverwaltung in Gipf-Oberfrick gehen pro Monat zwischen ein und zwei Reklamationen ein. «Wenn wir das Problem in den Gemeindenachrichten ansprechen, hat dies kaum einen Effekt», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. Den Grund für das Liegenlassen sieht er in der Bequemlichkeit des entsprechenden Hundebesitzers. Besonders landwirtschaftliche Flächen sind von der Hundekotproblematik betroffen. «Für die Landwirte sind die Hinterlassenschaften ein Ärgernis, weil sie die Gesundheit ihrer Tiere gefährden», sagt Treier und schiebt nach: «Deshalb haben wir vor allem an den landwirtschaftlichen Flächen Schilder aufgestellt, um die Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen.»

In Rheinfelden ist Hundekot auf öffentlichen Strassen und Plätzen ab und an ein Thema. Jedoch sagt Stadtschreiber Roger Erdin: «Durch unsere Plakatkampagne konnten wir bereits vor einigen Jahren die Hundehalter sensibilisieren. Seitdem ist die Reklamationsrate spürbar zurückgegangen.» Die Plakate mit dem Spruch: «Im Städli lässt sich gleich vieles um die Ecke verrichten – die Notdurft ihres Hundes entsorgen Sie aber bitte», werden im Stadtpark, im Städli oder gelegentlich in Wohnquartieren eingesetzt.

Zwar wird laut Polizeireglement das Liegenlassen von Hundekot mit einer Busse von 100 Franken geahndet, für Marco Treier, Gemeindeschreiber von Obermumpf, hat dieser Paragraf jedoch keinen Einfluss auf das Verhalten der Hundebesitzer: «Man kann den Übeltäter ja gar nicht eruieren», bemängelt er. Damit besteht die einzige Sanktionsmöglichkeit darin, Herrchen und Hund auf «frischer Tat» zu ertappen.