Frick

Fasziniert von der Urzeit: Monica Rümbeli und die Dinos

Monica Rümbeli, die langjährige Leiterin des Fricker Sauriermuseums, vor dem Skelett eines Plateosauriers.

Monica Rümbeli, die langjährige Leiterin des Fricker Sauriermuseums, vor dem Skelett eines Plateosauriers.

Monica Rümbeli war 13 Jahre lang Leiterin des Sauriermuseums, welches heute 25 Jahre alt ist. Die Dinosaurier lassen sie auch heute nicht los.

Eigentlich hatte sie mit Dinosauriern nichts am Hut. Dann aber las sie das kleine Inserat in der Zeitung: «Führungsperson für das Museum gesucht», hiess es da. Monica Rümbelis Neugierde war geweckt. Sie meldete sich – und führte schon wenige Wochen später, am 14. November 1998, eine Gruppe durch das Sauriermuseum in Frick.

Rümbeli kann sich noch heute genau daran erinnern. «Es war eine Klassenzusammenkunft und ich habe vorher ganz schön gebibbert, weil ich so nervös war.» Sie lacht. Die Gruppe aber sei tolerant gewesen und habe ihr den einen oder anderen Stotterer verziehen. «Es war ein tolles Erlebnis.»

Fast 2300 Führungen

2298 Führungen sind inzwischen dazugekommen. Stottern und Nervosität sind Geschichte, geblieben aber ist die Faszination für die Saurier, für die Welt vor über 200 Millionen Jahren. Und: «Bei den Führungen habe ich die Chance, andere Menschen für diese Zeit zu begeistern. Das ist es, was mir nach wie vor am meisten Spass bereitet», sagt die 65-Jährige.

Drei Jahre nachdem sie sich als Museumsführerin gemeldet hatte, übernahm sie dessen Leitung von Kurt Wettstein. Das war 2001. Als Leiterin lancierte Rümbeli den ersten Prospekt über das Museum, begleitete den grossen Umbau 2008 und initiierte verschiedene Sonderausstellungen in den neuen Räumlichkeiten – unter anderem mit dem Fricker Meteoritensammler Beat Booz. In den Spitzenzeiten führte sie pro Tag bis zu fünf Gruppen durch das Museum.

«Das alles war nur möglich, weil ich im Berufsleben zurückgesteckt habe und mein Mann mich unterstützte», sagt Rümbeli. Die diplomierte Psychologin FH hatte in Frick eine Praxis. Lange Zeit nahm sie dort keine neuen Klienten mehr an, um genügend Zeit für das Museum zu haben. «Die Praxis und das Museum, das waren zwei Standbeine, die sich perfekt ergänzt haben», sagt Rümbeli.

Die Arbeit mit Menschen auf der einen Seite, die Naturwissenschaften auf der anderen. «Das sind komplett unterschiedliche Felder. Gebraucht habe ich beide», so Rümbeli. Und das seit je her: Neben Psychologie studierte Rümbeli auch Chemie.

2014 gab Monica Rümbeli die Leitung des Sauriermuseums an Andrea Oettl ab. Es sei einfach an der Zeit gewesen. Und mit Andrea Oettl meldete sich «die absolut perfekte Nachfolgerin», so Rümbeli. «Das Sauriermuseum war wie mein Kind. Es tat gut zu wissen, dass ich es in gute Hände übergeben kann.»

Am Jubiläum in den Ferien

Das Kind – also das Sauriermuseum – feiert nun seinen 25. Geburtstag. Am kommenden Wochenende finden ein Festakt und eine «DinOlympiade» statt. Ohne Monica Rümbeli: Sie und ihr Mann verreisen am Freitag in die Ferien. «Das macht natürlich weh, aber Andrea Oettl wird viele Fotos machen, sodass ich das Fest im Nachhinein noch ein bisschen miterleben kann», sagt Rümbeli.

Ganz ohne Saurier kann sie auch jetzt nicht. Jeweils am ersten Sonntag im Monat führt sie im Museum eine Schaupräparation durch. Auch für Führungen mit Schulklassen, Familien oder anderen Gruppen ist sie noch im Museum. Einer ihrer ganz grossen Träume ist ein neues Museum. Ein moderner Bau in der Tongrube Gruhalde. Dort, wo die Fundstücke im Museum herkommen. «Das wäre einfach grossartig», sagt Rümbeli und fügt lachend an: «Ich hoffe, dass ich das noch erlebe – selbst, wenn ich dann am Rollator durch das Museum gehen muss.»

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