Laufenburg
Fast 400 Jahre alt ist dieser Becher – 28'000 Franken kostet seine Rückkehr

Es ist nicht irgendein Becher, den ein Antiquitätenhändler den beiden Laufenburger Städten zum Kauf angeboten hat – das Gefäss hat eine historische Bedeutung für die Städte. Die 28000 Franken für den Kauf sollen mittels Spenden beschafft werden.

Susanne Hörth
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Der Becher von 1654 und das dazugehörende Etui wurden der Stadt Laufenburg zum Kauf angeboten.

Der Becher von 1654 und das dazugehörende Etui wurden der Stadt Laufenburg zum Kauf angeboten.

Hannes Burger

Ein Zürcher Antiquitätenhändler hat vor wenigen Tagen den beiden Laufenburger Städten einen Becher zum Kauf angeboten. Nicht irgendeinen Becher, sondern ein Trinkgefäss, das eine enge geschichtliche Bindung zu Laufenburg hat. Es handelt sich dabei um einen sogenannten «Rathsbecher». Diese wurden in früheren Jahrhunderten von Rat(h)sherren an herausragende Persönlichkeiten abgegeben. «Dieses sehr seltene, sehr schöne und in seiner Art einmalige Stück sollte nach Laufenburg zurückkommen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden», so Hannes Burger, Präsident Museums Schiff.

Die Behörden von Laufenburg Baden reagierten ablehnend auf das Angebot des Zürcher Antiquitätenhändlers: Nicht mangels Interesse. Das Geld für die Antiquität ist schlicht nicht vorhanden. Auch auf Schweizer Seite ist man zurückhaltend, fehlen doch auch hier die finanziellen Mitteln. Was aber nicht heissen soll, dass ein Beitrag an den Erwerb ausgeschlossen wird.

Die Gemeinde wandte sich an Hannes Burger, um ihn über das Kaufangebot zu unterrichten. Der Laufenburger Museumspräsident reiste umgehend zu dem Antiquitätenhändler und war begeistert, ab dem, was er zu sehen bekam. 28 000 Franken soll der Rathsbecher kosten. Grund für den stolzen Betrag ist unter anderem, dass der silberne, teilweise vergoldete Becher sehr gut erhalten ist. Auf dem Boden eingraviert ist die Jahrzahl 1654 und der Laufenburger Löwe.

Dazugehörendes Etui

Zum Becher gehört ein Etui auf Füssen. Es wurde erst um zirka 1840 gefertigt. Wie das Trinkgefäss, ist es ebenfalls sehr aufwendig verarbeitet. Auf das Wappentier von Laufenburg zielen auch die Löwenfüsse des Etuis ab. Es ist zudem mit der Inschrift versehen: «Dem Herrn Probst J. Vögelin aus dankbarer Anerkennung – Seine Heimatgemeinde Laufenburg». Dieser einstige Besitzer Josef Anton Vögelin von Laufenburg lebte von 1788 bis 1860. Nach seinem Theologiestudium arbeitete er als Pfarrer von Mumpf. Ab 1844 war er Chorherr und Stiftprobst zu Rheinfelden. Nach seinem Tod bekam seine Schwester, wie im Testament festgeschrieben, den Becher.

Damit das historische Trinkgefäss mit dem Etui bald einmal im Museum Schiff der Bevölkerung präsentiert werden kann, ist Hannes Burgert nun dabei, das Geld für den Bechererwerb mit Spendenaufrufen zu beschaffen. Er hat dafür auch alle ehemaligen Stadträte von Laufenburg angeschrieben. Schliesslich handle es sich ja um einen Rathsbecher. Bei Swisslos hat er ebenfalls ein Gesuch eingereicht. «Ich bin guten Mutes, dass wir das Geld für den Kauf beschaffen können», so Burger. Er hat bereits einige Unterstützungszusagen erhalten.