Noch deutet im Fricktal wenig auf den heissen Wahlherbst hin, der dem Aargau bevorsteht: Am 23. Oktober werden die 5 Regierungsräte und die 140 Grossräte neu gewählt. Doch spätestens in einer Woche, wenn einem wieder an allen Ecken und von allen Wänden (über-)freundlich lächelnde Wahlgesichter von den Plakaten entgegenstrahlen, wird der Wahlkampf definitiv eingeläutet. Die az nutzt die Ruhe vor dem (Wahl-)Sturm und zeigt die elf wichtigsten Fakten und Zahlen rund um die Grossratswahlen im Fricktal.

Die Ausgangslage: Im oberen Fricktal halten SVP und CVP je 2 Sitze, SP, FDP und Grüne je einen. Im unteren Fricktal heisst die Losung: 3 SVP, 2 FDP, 2 GLP, 1 SP, 1 CVP, 1 Grüne. Wobei: Bei den Wahlen 2012 holte sich die SP mit einem Wähleranteil von 16,1 Prozent zwei Sitze, die GLP mit ihren 8,65 Prozent nur einen. Ende 2015 trat jedoch Sukhwant Singh von der SP zur GLP über.

Die Rücktritte: Der Bezirk Rheinfelden stellt zehn Grossräte, der Bezirk Laufenburg sieben. Vier Grossräte treten nicht mehr an: Adrian Ackermann (FDP, Kaisten), Fredy Böni (SVP, Möhlin), Sukhwant Singh (GLP, Möhlin) und Regula Bachmann-Steiner (CVP, Magden).

Die Sitzverteidigung: Die Ausgangslage für die Verteidigung der Sitze ist unterschiedlich. Die GLP kann den Sitz von Singh im unteren Fricktal nicht verteidigen und wird nach den Wahlen noch einen Vertreter nach Aarau schicken – wohl Roland Agustoni, der wieder antritt. Der Sitzverlust dürfte die Partei jedoch nicht sonderlich schmerzen, da sie den Sitz ja im Laufe der Legislaturperiode geschenkt bekam. Die SP derweil wird alles daransetzen, wieder eine Doppelvertretung nach Aarau zu schicken. Nummer 2 hinter dem bisherigen Peter Koller ist Claudia Rohrer.

Die SVP sollte im Bezirk Rheinfelden keine Probleme haben, den Sitz von Fredy Böni zu verteidigen, und auch in Zukunft mit einer Dreierdelegation nach Aarau fahren. Schneidet die Partei ähnlich stark ab wie bei den Nationalratswahlen 2015, hat sie sogar Luft nach oben. Aussichtsreichste Kandidatin hinter den beiden Wiederkandidierenden Daniel Vulliamy und Kathrin Hasler ist Désirée Stutz. Die CVP im Bezirk Rheinfelden verlor vor vier Jahren einen Sitz und stellte mit Regula Bachmann noch eine Grossrätin. Der Sitzanspruch ist unbestritten. In der Pole-Position ist Patrick Burgherr. Er sass bereits von 2008 bis 2013 im Grossrat, musste seinen Sessel dann aber räumen, weil die Partei einen ihrer beiden Sitze verlor.

Ebenfalls unbestritten ist der FDP-Sitz im Bezirk Laufenburg. Als Spitzenkandidat steigt hier Bezirksparteipräsident Claudio Wolte ins Rennen, auf den Listenplätzen 2 und 3 folgen die beiden Gemeindeammänner Daniel Suter (Frick) und Peter Weber (Mettauertal). Sie kennt man im Fricktal besser als Wolte. Dies sei kein Nachteil, findet Wolte. Er ist überzeugt: «Wer sich stark für die Partei engagiert, hat ein Anrecht, zuoberst auf der Liste zu stehen.»

Die Kandidaten: Im Bezirk Laufenburg kämpfen 49 Kandidaten um die sieben Sitze. Das sind zwei Bewerber weniger als vor vier Jahren. Im Bezirk Rheinfelden haben 75 Personen Interesse an einem Sitz in Aarau – ein Minus von 10 Personen gegenüber 2012.

Weniger Listen als 2012

Die Listen: Im unteren Fricktal treten zehn Parteien an, eine weniger als 2012. Nicht mehr dabei sind die Schweizer Demokraten, die kantonsweit nicht mehr antreten. Im oberen Fricktal geht zusätzlich die Sozial-Liberale Bewegung nicht mehr an den Start. Dabei sind noch neun Parteien.

Die Frauenquote: Hier liefern sich die beiden Bezirke ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieses entscheidet das obere Fricktal ganz knapp für sich: Der Frauenanteil liegt bei 34,69 Prozent, im unteren bei 34,66 Prozent. Damit hat das untere Fricktal deutlich an Boden gutgemacht: 2012 betrug der Frauenanteil im Bezirk Rheinfelden 29,4 Prozent, im Bezirk Laufenburg 37,3 Prozent. Den meisten Frauen stellen im oberen wie im unteren Fricktal die Grünen. Im Bezirk Laufenburg sind die Frauen bei den Grünen mit vier von sieben Kandidierenden sogar in der Mehrheit.

Die Jungen: 18,6 Prozent der Kandidierenden sind im unteren Fricktal jünger als 30; im oberen sind es 22,4 Prozent. Die meisten Jungen findet man im oberen Fricktal auf der SVP-Liste (3), im unteren auf der EDU-Liste (3).

Die Älteren: Über 60 sind im Bezirk Laufenburg nur zwei Kandidaten – beide auf der Liste der Grünen. Die «Ü60»-Quote liegt im Bezirk Laufenburg damit bei vier Prozent. Bei 14,6 Prozent liegt sie im unteren Fricktal (11 der 75 Kandidaten). Aus dem unteren Fricktal stammt der älteste Kandidat: Klaus Breidert (EDU) mit Jahrgang 1945.

16 Gemeinderäte am Start

Die Politerfahrenen: Auf den Listen figurieren im unteren wie im oberen Fricktal je acht Gemeinderäte. Dazu kommen mehrere Kommissionsmitglieder und Parteifunktionäre.

Die Berufe: Das Berufsspektrum ist extrem breit. Aufgefallen: Zwölf Kandidierende sind Lehrer, fünf Bauern, sieben Studenten.

Die Herkunft: Die meisten Kandidaten im oberen Fricktal stammen aus Gipf-Oberfrick (11), Frick (10), Zeihen (5), Mettauertal (5) und Kaisten (4). Im unteren Fricktal ist Rheinfelden an der Spitze (28), gefolgt von Möhlin (17), Magden (8), Kaiseraugst (5) und Zuzgen (3).