Die Laufenburger Gastronomieszene ist sich stark am verändern. Im März wird im «Meerfräulein» eine 30-jährige Wirteära beendet – das Restaurant schliesst seine Türen. Die Taverne zum Schiff ist schon seit Ende Dezember geschlossen. Und auch in anderen Laufenburger Restaurants tut sich etwas; entweder werden sie geschlossen oder neu übernommen (vgl. az Aargauer Zeitung vom Mittwoch). Gerade in Laufenburg bringen solche Veränderungen in der Gastroszene Probleme mit sich – unter anderem für die Fasnachtszeit.

Schon seit Jahrhunderten ist Laufenburg die bekannte Fasnachtshochburg im Fricktal. Jedes Frühjahr findet grenzüberschreitend das Narrenfest statt. Monate im Voraus wird dafür geplant und organisiert – das Programm ist immer vielseitig. Ob am Guggen-Open-Air, am Umzug oder am Schnitzelbank-Abend, das Städtchen ist gefüllt mit allerlei Narren und Fasnachtsliebhabern. Gerade in dieser Zeit spielen die Restaurants eine grosse Rolle. Den Zuschauern bieten sie Verpflegung und Wärme, den Laufenburger Narren einen Ort um ihre Fasnacht zu zelebrieren.

Dieses Jahr noch gesichert

«Die Schliessung des Restaurants Meerfräulein ist für die Fasnacht schon ein grosser Verlust, denn es ist einfach das Zentrum des Geschehens», sagt Felix Klingele, Zunftmeister der Narro-alt-Fischerzunft 1386. Diesen Verlust sieht auch Anita Schraner, Co-Präsidentin der Salmfänger Laufenburg. «Diese Veränderungen bei den Restaurants machen uns schon Bedenken. Speziell am dritten Faissen, an welchem seit Jahren in den verschiedenen Gaststätten Schnitzelbänke aufgeführt werden, wird es Probleme geben. Wo will man denn dies in Zukunft machen?» Die diesjährige Fasnacht ist in dieser Hinsicht zum Glück gesichert.

Das «Meerfräulein» ist über die fünfte Jahreszeit noch geöffnet. Falls es aber keinen Nachfolger erhält, würde der Fasnacht im nächsten Jahr ein wichtiges Lokal fehlen. Auch die Zunftstube der Narro-alt-Fischerzunft 1386, die Taverne zum Schiff, wird während der diesjährigen Fasnachtszeit geöffnet sein. « Wir haben die Bewilligung des Museumsvereins erhalten, dass wir das Restaurant über die Fasnachtstage betreiben dürfen», erklärt Felix Klingele von der Narro-alt-Fischerzunft 1386 die spezielle Organisation in diesem Jahr.

Vermehrt auf der Strasse

«Es ist heute wirklich nicht mehr einfach, die Fasnacht zu organisieren. Und leider können wir nicht mehr machen, ausser Fahrnisbauten auf der Gasse aufzustellen. Auf diese Art wollen wir eine gute Infrastruktur bieten, denn damit steht oder fällt ein solcher Anlass», sagt Anita Schraner. Schon dieses Jahr haben die Laufenburger Salmfänger, speziell für das 20. Guggen-Open-Air, eine zusätzliche Gassenbeiz organisiert, welche von den Schruubeguggern aus Sulz betrieben wird. Dass die Laufenburger Fasnacht durch die Schliessung von Gaststätten stärker ins Freie transportiert wird, sieht auch Felix Klingele: «Jedes geschlossene Lokal ist für die Fasnacht ein Verlust. Das Problem dabei ist, dass die Fasnacht so vermehrt auf der Strasse stattfinden muss, wodurch wiederum mehr Störungen für die Anwohner entstehen.»

Die diesjährige Laufenburger Fasnacht befindet sich unter einem guten Stern. Noch in den Sternen steht aber, wie sich die Gastroszene in Laufenburg in den nächsten Jahren verändern wird und was dies für Auswirkungen auf die Fricktaler Fasnachtshochburg haben wird.