Die Kaister Fasnächtler müssen nochmals über die Bücher. Der Grund: das Rauchverbot in geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen, das seit Mai 2010 in Kraft ist. «Die Gesetzeslage ist klar, das Rauchverbot gilt auch für temporäre Festbeizen, wenn mehr als 50 Prozent der Wandfläche geschlossen ist», erklärt Erich Sager, stellvertretender Sektionsleiter des kantonalen Lebensmittelinspektorats. Ausnahmen wären bewilligungspflichtig und nur möglich bei Lokalen unter 80 Quadratmeter Gesamtfläche und mit einer ausreichenden Belüftungsanlage.

Die Joggeligrotte beim Kaister Eichhörnli-Brunnen ist jedoch geschlossen. Und bis anhin war man bei den Verantwortlichen davon ausgegangen, dass Rauchen erlaubt ist, weil die Fasnachtsbeiz kleiner ist als 80 Quadratmeter. «Nun müssen wir uns bis zum Fasnachtsbeginn nochmals Gedanken machen», sagte Narrenvater Marco Zaugg gestern, als er von der az mit der Rechtslage konfrontiert wurde. Er werde mit den Verantwortlichen der Joggeligrotte das Gespräch suchen.

Raucherunterstand in Möhlin

Kein Problem mit dem Rauchverbot haben die Fasnächtler in Rheinfelden. «Auf unserer Festmeile hat es nur offene Zelte und Stände. Es darf also geraucht werden», erklärt Béa Bieber, die Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden.

«Bei uns herrscht seit mehreren Jahren absolutes Rauchverbot», sagt dagegen Tobias Schürch, Präsident der Meler Galgevögel. Diskussionen habe es deswegen bis jetzt noch nie gegeben. Die Galgevögel betreiben ihr Fasnachtsbeizli jeweils bei der Garage Vasellari und sie denken jeweils trotz Rauchverbot im Beizli an die Raucher unter den Fasnächtlern. «Wir stellen jeweils noch ein offenes Zelt auf, damit die Raucher ‹im Schärme› rauchen können», so Schürch. Damit folgen die Galgevögel einem Ratschlag, den das Lebensmittelinspektorat den Betreibern von temporären Beizli gibt.

Ebenfalls in Möhlin betreibt dieses Jahr die «Fasnacht Zunft Ryburg» wieder eine Fasnachtsbeiz. Und zwar an einem neuen Standort beim Bürgerhaus, wie Vize-Zunftmeisterin Renate Erni ausführte. «Da wir letztes Jahr keine Fasnachtsbeiz führten, weiss ich gar noch nicht, wie wir es dieses Jahr mit dem Rauchverbot handhaben», so Erni weiter. Es handle sich bei der Beiz jedoch um ein Zelt mit offenen Wänden.

Rauchverbote in Laufenburg

Klar sind die Aussagen in Laufenburg: Es herrscht Rauchverbot. Sowohl in der «Hüüler Hööli» der Guggenmusik Schlossbärghüüler auf dem Laufenplatz, als auch in der «Barocker-Bar» auf dem Marktplatz und in der Zunftstube im ehemaligen «Schiff» müssen die Raucher vor die Tür. Ohne Unterstand oder Zusatzzelt. «Wir geben ihnen aber sicherlich Aschenbecher mit, damit sie die Zigarettenstummel entsorgen können», sagt René Leuenberger, Zunftmeister der Narro-Alt-Fischerzunft 1386, schmunzelnd.

Bisher habe es noch nie Probleme mit dem Rauchverbot in der «Hööli» gegeben, erklärt David Klingele von den «Schlossbärghüülern». Und Fadrina Gertiser von der Guggenmusik Barocker ergänzt: «Für unsere Gäste ist es schon selbstverständlich, weil das Rauchverbot bereits seit längerem gilt und jeweils auch signalisiert ist.» Sollte doch einmal ein Gast zum Glimmstängel greifen, wird er vom Personal auf das Verbot aufmerksam gemacht. «Wir haben das recht gut im Griff», so Gertiser, «auch wenn es manchmal schwierig ist, wenn die Bar proppenvoll ist.»

Die Ausnahme in Laufenburg ist die «Salmigrotte» der Salmfänger. «Wir haben extra eine starke Lüftungsanlage eingebaut», erklärt Anita Schraner, «und daraufhin die Bewilligung als Raucherlokal erhalten.» An der Bar im Lokal dürfen die Fasnächtler also in der Wärme rauchen – und stören dabei spätnachts die Anwohner nicht. «Das war mit ein Grund für unsere Lüftung», so Anita Schraner.