Rheinfelden
Farbige Klangvielfalt: Vom 15. Jahrhundert in die 50er Jahre

Im Rahmen des Europäischen Jugendchorfestivals sangen drei Chöre in der Stadtkirche Rheinfelden: Einer aus Basel, einer aus Lugano und Gäste aus Irland.

Ingrid Arndt
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Der Kinder-und Jugendchor Coro Clairière bewies nicht nur sein stimmliches Talent, sondern unterhielt das Publikum auch mit Sketchen. ari

Der Kinder-und Jugendchor Coro Clairière bewies nicht nur sein stimmliches Talent, sondern unterhielt das Publikum auch mit Sketchen. ari

Selten gab es wohl so viele Gäste und so viel internationales Publikum in der Stadtkirche Rheinfelden wie an Christi Himmelfahrt anlässlich des Konzerts «TriColor», das im Rahmen des Europäischen Jugendchorfestivals Basel stattfand.

«‹TriColor› soll die farbige Vielfalt und den gleichwertigen Anteil der drei Chöre aus Basel, Lugano und Dublin symbolisieren», betonte Valentin Sacher, Leiter der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst bei seiner Begrüssung. Und was den Besuchern an diesem Spätnachmittag geboten wurde, war Musik und Gesang auf höchstem Niveau verbunden mit ganz grossem Können.

Insgesamt nehmen am diesjährigen Festival 19 Chöre teil, davon allein acht aus der Schweiz. Die übrigen kommen aus Israel, Estland, Island, Irland, England, Spanien, Tschechien, Deutschland, Armenien, den USA und Weissrussland. Es ist ein wertvolles Treffen junger Menschen aus aller Welt, die verbunden sind durch ihre Liebe zum Gesang. Sie faszinieren ihre Besucher durch musikalisch hochwertige Konzerte, bei denen sie eine anspruchsvolle Palette von Klassik über aktuelle Strömungen bis hin zu Traditionellem aus ihren Heimatländern darbieten.

Basel, Tessin, Irland

In der Stadtkirche wurde der musikalische Reigen eröffnet von den jungen Sängerinnen des Konzertchors und Chor II der Mädchenkantorei Basel a-capella unter der Leitung von Cordula Bürgi. Stimmgewaltig, akzentuiert und modern boten sie ein zeitgenössisches Lied des bekannten Komponisten Beat Furrer, wechselten lebhaft melodisch und jubilierend in das 15. und 16.Jahrhundert, sangen danach wunderschönes altes Schweizer Liedgut, begeisterten nicht nur mit Wohlklang, Zartheit, gestalterischer Sicherheit sowie herrlich klaren Solostimmen, sondern auch mit dem temperamentvoll vorgetragenem «Du fragsch mi wer i bi». Der 1992 gegründete Chor ist international ein gern gesehener Gast.

Begeistertes Publikum

Mitreissend südländische Lebenslust versprühten die Kinder und Jugendlichen des Coro Clairière aus Lugano mit ihrer Leiterin Brunella Clerici, begleitet auf Akkordeon, Querflöte und Piano. Von der ersten Note an twisteten sie sich in die Herzen der Zuhörer, schnatterten wild durcheinander, die Mädchen liessen temperamentvoll ihre bunten Röckchen wippen, holten mit Moped und dunklen Sonnenbrillen die goldenen fünfziger Jahre zurück.

Im Walzertakt huldigten sie der himmelhoch jauchzenden Liebe, wussten jedoch auch um deren Stolpersteine. Sie hatten die italienische Sonne in ihren Kehlen, boten lustige kleine Sketche und berührten zutiefst mit ihrem exzellent vorgetragenem «Halleluja».

Ein breites Repertoire an klangprächtiger Musik hatte auch das gefeierte Kammerchorensemble «New Dublin Voices Youth Choir» mit ganz unterschiedlich traditionellen Weisen aus Irland mitgebracht. Sie glänzten mit solistischen Gesängen und Darbietungen auf Flöte und Violine unter Leitung von Bernie Sherlock. Dynamisch spöttisch erzählten sie von der Oma, die das Geld hat, sangen innig von einem Baby in der Schaukel und vom Sonnenaufgang, breiteten anmutig poesievoll und mit leichter Melancholie die unendliche Weite ihres Landes aus, besuchten übermütig beschwingt einen Jahrmarkt in ihrer Stadt. Die Gäste dankten mit stehenden Ovationen für dieses wunderbare Konzert – und wussten singend am Schluss mit den drei Chören gemeinsam, dass überall Musik ist ( «Music is everywhere»).