Obwohl die Damen und Herren der Musikgesellschaft Hornussen nur drei Monate Zeit hatten, um mit ihrem neuen Dirigenten Ivo Raimann das Jahreskonzert einzustudieren, begeisterten sie mit einem Programm, das so farbenfroh und vielseitig war wie derzeit die Natur vor der Tür.

Sie waren modern, nostalgisch, spielten in atemberaubendem Tempo, boten alle Stilrichtungen dieses Genres.

«Fäge muss es» meinte lachend Ivo Raimann im Gespräch, «alles muss dabei sein und mit Pfeffer gespielt werden.» Er lobte die gute Zusammenarbeit sowie ein optimales Vertrauensverhältnis mit dem Ensemble von Anfang an. Raimann schloss in Zürich sein Musikstudium ab, arbeitet jetzt als Produktmanager, ist in Stetten zu Hause.

Kurz und mitreissend die Fanfare zu Beginn vom Hausberg der kleinen japanischen Stadt Nara, dem «Wakakusa Hill», gedacht als Weckruf am Morgen für die letzten Langschläfer. Es soll eine der kürzesten Fanfaren überhaupt sein, komponiert von Itaru Sakai.

Swing, Blues und Rockabilly

«Ein Marsch gehört zu solch einem Unterhaltungskonzert wie das Salz in der Suppe» fand in seiner sehr vergnüglichen Moderation René Schweizer zum nächsten Musikstück «Aufwärts», vom Komponisten Ernst Lüthold 1927 geschrieben.

Flüssig, apart mit punktgenau eingesetzten einzelnen Instrumenten und harmonisch schnellen Rhythmen vom Orchester dargeboten. Grossartig danach die besten Songs aller Zeiten, ein Spaziergang durch die 50er- bis 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zu hören war dabei Bekanntes und weniger Bekanntes mit kleinen Soli einzelner Register.

Fröhlich tanzten die Noten beim Stück «Funny Flutes», mit den Trommlerstücken «Pfeifer Retraite» und «Tagwacht mit Schlegelfechten» legten sich die fünf Tambouren so richtig ins Zeug.

Viele Jahre leitete der Schweizer Cédric Dumont das Unterhaltungsorchester von Radio Beromünster, legte neben Jazz und Klassik auch viel Wert auf Volksmusik. So wie bei seinem schwungvollen «Swiss Boy». Sehr populär auch heute noch die Melodie von 1954 «Mister Sandmann», eindrücklich die drei Trompetensolisten.

Fetzig danach die Geschichte vom schlimmen «Leroy Brown», der im übelsten Teil von Chicago sein Unwesen trieb. Ein lüsterner Liebhaber verheirateter Frauen, stets eine scharfe Rasierklinge im Schuhabsatz.

Herrlich leicht, klar und nuanciert interpretierten die Akteure auf der Bühne das Stück «Baby Elefant Walk» aus dem Film «Hatari», zu dem Henry Mancini die Musik schrieb. Tapsig, verspielt und sich neckend trabten die drei kleinen, herzigen Elefanten zum Fluss.

Im schönsten Big-Band-Stil der melodische Swing «Black Jack» und gleich danach ein Hörgenuss, «Boogie Time» von John P. Roberts, der unter anderem auch ein Förderer des Woodstock-Festivals war.

Lustvoll dazu das temporeiche Spiel, rollend die Bässe, harmonisch-melodisch die Abläufe im Blues-Stil, bei dem auch Rockabilly und Swing hereinschauten. Begeisterter Applaus und zwei Zugaben rundeten das Konzert ab.