Laufenburg
Farbenfroh und konfettireich zogen die Narren durch die Altstadt

Der Umzug «Narren zu Gast bei Freunden» lockte 90 Gruppen und viel Publikum an. Der grenzüberschreitende Umzug feierten die Waldgeister Rhina ihr 20-Jahre- und die Salmfänger Laufenburg ihr 25-Jahre-Jubiläum.

Peter Schütz
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Farbenfroh zogen Narren aus der Narrenstadt Oberkirch durch die beiden Laufenburg.

Farbenfroh zogen Narren aus der Narrenstadt Oberkirch durch die beiden Laufenburg.

Peter Schütz

Zwei Wochen vor Beginn der Städtlefasnacht erlebte Laufenburg gestern einen närrischen Umzug der Superlative. Über 90 Gruppen zogen durch die Altstadt. Da blieb kein Auge trocken und schon gar kein Kragen konfettifrei: Bei so vielen Narrenzünften und –vereinen, Guggenmusiken und Fasnachtsgesellschaften wie gestern Nachmittag geht es naturgemäss hoch her.

Der grenzüberschreitende Umzug unter dem Motto «Narren zu Gast bei Freunden», mit dem die Waldgeister Rhina ihr 20-Jahre- und die Salmfänger Laufenburg ihr 25-Jahre-Jubiläum feierten, kam denn auch mit allem daher, was die Fasnacht ausmacht: unheimliche Hexen, fröhliche Strassenfeger, zum Fürchten wilde Teufel und jede Menge tierische Gesellen. Von der Wildsau über die Schnecke bis hin zum Eisbär war fast alles dabei, was kreucht und fleucht.

Konfetti in den Krägen

Unter den Kostümen steckten selbstverständlich Männer, Frauen und Kinder. Für Letztere war der Umzug ein tolles Abenteuer, weil es viel zu entdecken gab. Die meisten Gruppen stammten aus Deutschland, nur wenige aus der Schweiz – wie etwa die Hölloch Hexen aus Winterthur, die Chaischter Haldejoggeli oder die Guggemusik 11er Frösch aus Zürich. Klar, dass auch Laufenburg durch die Stadthäxe und das Tambourencorps 1949 vertreten war.

Der Umzug begann um 13 Uhr und war zwei Stunden später etwa bei der Hälfte angelangt. Kurz: Er dauerte fast den ganzen Nachmittag. Die Zuschauer jedenfalls hatten ihren Spass, selbst dann, wenn sie mit Konfetti in grossen Mengen überzogen wurden. Gleich säckeweise wurden die bunten Papierschnipsel durch die Altstadt gekarrt.

Manche Hexen hatten wohl Bedauern mit dem städtischen Reinigungspersonal. Sie fegten die farbigen Haufen, so gut es halt ging, gleich selber zusammen. Wer nicht auf der Hut war, bekam ratzfatz eine Konfettidusche. Wer etwas dagegen hatte, bekam sie erst recht. «Hier ist einer, der sich wehrt», war dann zu hören – ein Signal an andere Konfettiträger, ordentlich zuzulangen. Besonders das junge Damenvolk geriet häufig ins Visier der Narren. Die Stimmung blieb aber friedlich.

Der Umzug verlief anders als an der Städtlefasnacht. Er begann auf der Schweizer Seite und zog via Wasengasse zum Marktplatz über die Laufenbrücke nach Deutschland. Oft geriet er ins Stocken, aber was solls: Dann hatte man bessere Sicht auf die aufwendigen Häs und Masken der Narrenzünfte. Zwischendurch gab es mächtig Radau, wenn eine Guggenmusik vorbeimarschierte. «Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben», stand auf der Bluse einer Hexe geschrieben. Im Grunde genommen galt das für den ganzen Umzug.

Und so bekam Laufenburg gestern einen zünftigen Vorgeschmack auf das, was bald kommen wird: Am 8. Februar beginnt die Städtlefasnacht. Auch dann wird es Umzüge geben, werden sich Hexen auf Besen schwingen und schräge Vögel durch die Altstadt flattern.