Frick

Fantasievolles aus dem täglichen Leben – Jörg Meier liest aus seinen «Meiereien»

Premiere: Jörg Meier gastierte zum ersten Mal im Fricktal. ari

Premiere: Jörg Meier gastierte zum ersten Mal im Fricktal. ari

az-Kolumnist Jörg Meier gastierte im Kornhauskeller Frick und gab seine «Meiereien» zum Besten.

«Die Lesung hier im Kornhauskeller ist eine Premiere, es ist nämlich meine erste Lesung im schönen Fricktal. Deshalb habe ich mich über diese Einladung ganz besonders gefreut» unterstrich Jörg Meier, Autor, Dozent und Kolumnist der Aargauer Zeitung, zu Beginn des Abends. Die Freude war mit Sicherheit ebenso gross bei den Gästen, die sich köstlich über so manche Geschichte amüsierten. Markus Kühne umrahmte die Lesung mit Saxofonklängen.

«Meiereien» – so heisst der Jubiläumsband, der anlässlich der 1000. az-Kolumne von Jörg Meier erschienen ist. Die Geschichten sind wahr oder auch nicht, manchmal ein wenig verrückt, witzig, humorvoll, nachdenklich, philosophisch, spannend mit einem Schuss Ironie. Sie sind angesiedelt im täglichen Leben, in Meiers unmittelbarer Umgebung oder auch weit weg. Sie sind jedoch vor allem eins: aufmerksam und lustvoll beobachtet.

Die Fantasie spriesst

Dabei sei es eher eine Zufallsbegegnung gewesen, die schliesslich zu den «Meiereien» geführt habe. Nämlich das Gespräch mit einer Frau, die vor sich Tragetaschen mit bestialisch stinkender Erde platziert hatte. Auf dieser Erde, wusste die Dame, gedeihen bei entsprechendem Reifegrad Fantasie und gute Ideen. Jörg Meier kaufte ihr zwei Taschen mit der nach Bärendreck müffelnden Erde ab. Und tatsächlich seien bei ihm, so meint er, über die auf dieser Erde wachsenden Gurken im Garten, die er verzehrte, Kreativität und Einfallsreichtum gesprossen.

Herrlich spöttisch zeichnete er das Gespräch zweier junger Leute über attraktive Reiseziele nach. Niemals in der langweiligen Schweiz, befanden sie, das Ausland sei ein Muss. Leider hatten die zwei wohl Landkarten und Geografie total aus dem Auge verloren. Meier fabulierte nach Herzenslust über gefundene oder noch verborgene Saurier in Frick, über einen verwirrten Mann, der in Mumpf aufgetaucht war, aber als Vorspringer in Vikersund auf der dortigen Schanze abgehoben sei.

Er dachte darüber nach, warum er und seine Frau immer weniger zu Freunden eingeladen werden. Seine Frau war da in der Erkenntnis etwas weiter. Es liege ausschliesslich an ihm selbst, er stelle stets die falschen Fragen. So zum Beispiel unüberhörbar laut die Gastgeberin, ob sie noch immer am Morgen Eigenurin trinke. Er machte sich lustig über den immer im Frühjahr beginnenden Baumarktsturm der Männer, verbunden mit kraftstarkem Parkplatzgerangel. Offenbar ein archaisches Überbleibsel des Nestbautriebes aus Urzeiten.

Als Zugabe las Jörg Meier aus seinem zweiten Büchlein «Als Johnny Cash nach Wohlen kam». Da erzählt er von einer missglückten Filmvorführung im Kino, aus der die Besucher mit Einfallsreichtum und Gesang ein unterhaltsames, geselliges Miteinander machten und wie aus einem kleinen Missverständnis aus einem braven Wohler Bürger ein gefeierter Johnny Cash wurde.

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