Laufenburg (D)

Familienbetrieb «Alte Post» landet nach 96 Jahren bei einem «Ur-Laufenburger»

Roland Duttlinger und Peter Maier (r.) vor der «Alten Post».

Roland Duttlinger und Peter Maier (r.) vor der «Alten Post».

Das Traditionslokal schliesst vorerst die Türen – ein Pächter ist zwar gefunden, dieser will nur das Hotel führen, nicht aber das Restaurant. Für jenes wird deshalb noch immer ein Pächter gesucht.

Bevor die «Alte Post» in Laufenburg (D) am 15. November nach 96 Jahren letztmals als Familienbetrieb öffnet, präsentierte Eigentümer Roland Duttlinger den neuen Pächter des Traditionslokals: Peter Maier, Betreiber des Oberhöfer Cafés Verkehrt, wird das Hotel-Restaurant an der Andelsbachstrasse ab 1. Dezember übernehmen. Wann genau Restaurant und Hotel wieder öffnen, steht aber noch nicht fest. Maier will die beiden Bereiche trennen und die Gastronomie unterverpachten.

Unterpächter gesucht

Nachdem das Gastronomenehepaar Siegfried Draganski und Petra Baumann-Draganski als Pächter gekündigt hatten, wollte Roland Duttlinger, der das Haus 2002 von der Familie erworben hatte, die «Alte Post» eigentlich verkaufen.

Der 56-jährige Maier sei der Einzige, mit dem er sich ein neues Pachtverhältnis vorstellen könne, sagte Duttlinger bei einem Pressegespräch. Beide sind nicht nur Laufenburger, sondern auch als Brüder der Narro-Altfischerzunft einander verbunden. Auf zehn Jahre ist der Vertrag befristet, er beinhaltet eine Kaufoption für Maier.

Maier bezeichnet sich selbst als «Ur-Laufenburger». 2012 erwarb der Messtechniker das Café Verkehrt im Murger Ortsteil Oberhof, das unter Maiers Regie einen neuen Aufschwung als Lokal und Musikbühne erfuhr. Im Februar 2015 eröffnete Maier im Café Verkehrt ein kleines Hotel mit sieben Doppelzimmern und einem Einzelzimmer.

«Die ‹Alte Post› liegt mir sehr am Herzen», erklärte der neue Pächter. «Ich hätte es schade gefunden, wenn eine Pizzeria daraus geworden wäre.» Maier will die bisherige gastronomische Linie fortsetzen und künftig deutsche, österreichische oder Schweizer Küche anbieten.

Das Niveau solle «zwischen Rebstock und Schlössle» liegen. Für diesen Plan sucht er nun einen fähigen Gastronomen, der das Restaurant mit seinen 80 bis 100 Plätzen im Innenbereich und noch einmal so vielen im Biergarten am Rhein als Unterpächter übernimmt. «Mir ist nicht daran gelegen, die Höchstpacht zu erzielen», betont Maier. Viel wichtiger sei ihm Qualität und die Perspektive einer langfristigen Zusammenarbeit.

«Nachfrage gewährleistet»

Maier selbst will sich auf das Führen des Hotels mit seinen insgesamt 25 Betten konzentrieren. Die Lage direkt am Rheinradweg und die anstehende Bebauung des Sisslerfeldes gewährleisten in seinen Augen eine gute Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten.

«Ich sehe, dass Bedarf an einem Hotel besteht. Wir haben in Oberhof eine Auslastung von 70 Prozent», schildert er seine Erfahrungen mit dem Café Verkehrt, in dem er seit Februar ein Hotel mit 15 Betten betreibt.

Es habe neben Peter Maier durchaus noch andere Interessenten für das Lokal gegeben, erklärte Duttlingers Mitarbeiter Markus Rebholz. «Diese haben aber auch grössere Änderungen angedeutet, die nicht im Sinne des Eigentümers gewesen wären.»

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