Laufenburg
Falls ein Minus droht, gibt es Unterstützung vom Bund

Kraftwerkbetreiber Energiedienst könnte vom neuen Energiegesetz profitieren.

Nadine Böni
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Das Kraftwerk Laufenburg könnte vom neuen Energiegesetz profitieren. az Archiv

Das Kraftwerk Laufenburg könnte vom neuen Energiegesetz profitieren. az Archiv

Der Sonntag war ein guter Tag für die Energiedienst Holding AG. Mit 58,2 Prozent der Stimmen sagten die Schweizerinnen und Schweizer Ja zum neuen Energiegesetz. Unter anderem verbietet dieses den Bau neuer Kernkraftwerke und fördert erneuerbare Energien. «Das bestätigt, dass wir mit unserer Strategie, uns auf erneuerbare Energie auszurichten, gut fahren», sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann. Der Stromversorger habe in den letzten Jahren bereits in Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen, Stromspeichersysteme und Elektromobilität investiert. In Wyhlen plant das Unternehmen ausserdem eine Erzeugungsanlage für Wasserstoff (die az berichtete).

Bund verspricht Prämie

Das Kerngeschäft der Energiedienst Holding liegt allerdings bei der Wasserkraft. Sie betreibt mit Laufenburg, Rheinfelden und Wyhlen drei grosse Wasserkraftwerke entlang des Hochrheins. Sie produzieren zusammen jährlich über 1,5 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Ein Teil davon könnte künftig vom Bund unterstützt werden. Um die wirtschaftliche Situation von bestehenden Wasserkraftwerken zu verbessern, beschloss das Parlament nämlich, eine sogenannte Marktprämie in die Energiestrategie aufzunehmen. Diese können die Betreiber in Anspruch nehmen, wenn sie ihren Strom unter den Gestehungskosten verkaufen müssen.

Der Bund hat in einem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 auch die Höhe der Marktprämie festgeschrieben. Diese beträgt demnach maximal ein Rappen pro Kilowattstunde Strom. Die Unterstützung ist auf fünf Jahre befristet. Die Prämie wird jeweils nachträglich für ein Jahr zugesprochen. Das erste Gesuch kann somit 2018 für das Jahr 2017 und das letzte 2022 für das Jahr 2021 gestellt werden.

«Wir hoffen nicht, dass wir die Marktprämie jemals beantragen müssen, würde dies doch bedeuten, dass wir mit der Wasserkraft rote Zahlen schreiben», sagt Alexander Lennemann. Noch könne die Energiedienst Holding die Wasserkraftwerke rentabel betreiben. Die Betonung im Satz liegt allerdings auf dem Wort «noch», denn: Die Preise für den Strom sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Laut Angaben des Bundes zwischen Januar 2008 und März 2016 um ganze 80 Prozent.

Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Energiedienst Holding wieder, auch wenn Lennemann keine genaueren Angaben machen möchte – ausser: «Wir schreiben noch schwarze Zahlen. Dennoch sind wir froh, gibt es jetzt diese Absicherung.»

Nur Laufenburg profitiert

Die Unterstützung des Bundes – das ein Wermutstropfen für die Energiedienst Holding – könnte allerdings nur das Kraftwerk Laufenburg in Anspruch nehmen. Die Stromproduktion beträgt jährlich rund 700 Millionen Kilowattstunden. Die Hälfte davon wird ins Schweizer Netz eingespeist und könnte von der Prämie profitieren. Der Strom des Kraftwerks Wyhlen hingegen wird komplett ins deutsche Netz eingespeist. Rheinfelden speist zwar sowohl ins deutsche als auch ins Schweizer Netz ein – der Strom wird aber über die Firma Axpo vertrieben. «Allenfalls würde also sie die Marktprämie erhalten», sagt Lennemann.

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