Rheinfelden
Fahrt in den Feierabend endet im Stau

Trotz langer Diskussionen gibt es keine Optimierung des Verkehrsregimes am deutschen Zoll. Dei Folge davon: Abend für Abend stauen sich die Wagen auf der Heimfahrt.

Peter Rombach
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Die Gangart deutscher Behörden gleicht einem lahmenden Esel: Trotz vierjähriger Diskussionen und vieler Interventionen der Rathauschefs von beiden Rheinfelden geschieht nichts, um die Stauproblematik zu entschärfen, wenn der Feierabendverkehr aus der Schweiz in Richtung deutscher Zollanlage rollt. Ein neues Verkehrsregime wurde für diesen Herbst versprochen (az vom 28. Juli 2010), doch Zoll und Strassenbehörden vertrösten jetzt auf den nächsten Januar, weil dem Vernehmen nach die erforderlichen Spezialschilder noch nicht zur Verfügung stehen.

In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats im badischen Rheinfelden gab es massive Kritik an der «allen bekannten Problematik» zum Leidwesen von Grenzgängern und Urlaubern. Zur Überraschung des Gremiums berichtete Bürgermeister Rolf Karrer: «Das erforderliche, elektronisch gesteuerte Wechselschild kann erst im nächsten Jahr geliefert werden.» Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass dies im Januar geschieht. Auch Oberbürgermeister Eberhard Niethammer signalisierte wenig Verständnis für die Verzögerung. Laut Tageszeitung «Die Oberbadische» plagen ihn noch weitere Sorgen: «Die vollständige Verkehrsfreigabe der A98 und der Umbau der Zollanlage Weil am Rhein werden sicher zu noch grösserem Verkehrsaufkommen in Rheinfelden führen.»

Wartezeiten bis zu 30 Minuten

Also dürfen sich die Autofahrenden auch in den nächsten Monaten wochentags über die Rückstaus auf Schweizer Seite ärgern – sowohl in Richtung Kaiseraugst über die beiden Kreisel hinweg als auch stadteinwärts Richtung Rheinfelden, wo die Warterei im Feierabendverkehr oft schon im Bereich Augarten Ost beginnt. Auch auf den Autobahnabfahrten von Basel und Frick her bilden sich zur abendlichen Rushhour lange Autoschlangen; Wartzeiten zwischen 20 bis 30 Minuten sind dann schon die Normalität.

Gemeinderäte im Badischen vertraten die Auffassung, der Zoll müsse nur die rotweissen Hütchen anders aufstellen und die Verkehrsführung damit ändern. Doch das werde aus Sicherheitsgründen abgelehnt, hiess es. Vom Freiburger Regierungspräsidium und der Zollverwaltung sei bekanntlich angedacht, zumindest die vorhandene Carspur in Spitzenzeiten auch für Personenwagen freizugeben.

Seit Monaten gibt es allerdings einen Beitrag zur Beschleunigung des Verkehrsflusses: Der deutsche Zoll kontrolliert nur noch sporadisch bei der Einreise – und auch die Bundespolizei hat Personal abgezogen und führt Kontrollen überwiegend im «rückwärtigen Raum» durch.