Mumpf
Fährseil mit Holzlatten markiert, Gefahr für Schwäne gebannt

Das über den Rhein gespannte Drahtseil, an dem in den Sommermonaten die von den Pontonieren betriebene Fähre hängt, stellte in jüngster Vergangenheit für Schwäne ein gefährliches, teilweise sogar todbringendes Hindernis dar.

Peter Rombach
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Das über den Rhein gespannte Drahtseil ist im Winter markiert. ach

Das über den Rhein gespannte Drahtseil ist im Winter markiert. ach

Vor allem an Frühlingstagen, wenn «Brautschau» angesagt war, erkannten manch übereifrige Tiere im Tiefflug das Hindernis nicht, knallten auf das Seil, verletzten sich zum Teil schwer an Flügeln und Flossen oder köpften sich gar selbst.

Das Drama rief im vergangenen Frühling insbesondere Carmen Weitzel auf den Plan. Die Naturschutzwartin und Tierinspektorin des Landkreises Waldshut ist auch Mitglied im Schwanenschutzkomitee Hochrhein und hatte bei ihren täglichen Rundgängen entlang dem Fluss immer wieder schwer verletzte Tiere entdeckt. Aus diesem Grund forderte Weitzel zusammen mit weiteren Tierschützern energisch, dass das Fährseil in Mumpf «verblendet» werden müsse.

«Haben Hinweistafeln aufgehängt»

Auch in Mumpf erkannte man die Problematik, obwohl während der Sommermonate keine verletzten Schwäne mehr entdeckt wurden. Nach Rücksprache mit der Sektion Jagd und Fischerei im Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt hatte die Gemeinde dennoch veranlasst, dass schwarz und weiss eingefärbte Holzlatten am Fähreseil befestigt werden. Dies erledigten Männer vom Pontonierfahrverein, nachdem die Fähresaison im Oktober beendet war.

Das bestätigte Gemeindeschreiber Reto Hofer. «Experten wissen, dass Schwäne auf Schwarz und Weiss reagieren, deshalb auch die Farbgebung», meinte er. Hinzu komme, dass ein generelles Fütterungsverbot gilt, um die Population einzudämmen und Revierstreitigkeiten zu vermeiden. «Wir haben entsprechende Hinweistafeln aufgehängt.»

Dass diesbezüglich am badischen Rheinufer bislang nichts geschah, weiss er. Gabriele Wöhrle-Metzger, Referentin des Bürgermeisters von Bad Säckingen, hält laut «Südkurier» ein Fütterungsverbot für Schwäne für unbegründet – zumal es von der Bevölkerung sicherlich nicht akzeptiert würde.

Wie viele Schwäne die Rheinlandschaft zwischen Stein und Möhlin bevölkern, ist amtlich nirgends festgehalten. Aus eigenen Beobachtungen und Zählungen aber weiss Gemeindeschreiber Hofer, dass es «mindestens um die einhundert» sind. Allein auf der badischen Rheinseite nahe der Wehra-Mündung unterhalb von Wallbach habe er diesen Sommer gegen sechzig Schwäne gezählt; wie viele sich noch im rückwärts gelegenen Schilf befanden, sei nicht erkennbar gewesen.

Markierung bleibt bis 1. Mai

Die neu installierte Markierung am Fähreseil bleibt bis zum Beginn der Saison am 1. Mai nächsten Jahres hängen. «Bis dahin werden wir auch unsere Erfahrungen gemacht haben», ist Reto Hofer überzeugt.

Er rechnet nicht damit, dass sich später neue Gefahren für die wild umherfliegenden Schwäne ergeben. Damit befindet er sich im Einklang mit Fachleuten, die davon ausgehen, dass es ab Mai wieder ruhiger in den Revieren wird, wenn die Schwanenpaare sesshaft geworden sind. Dennoch: Die Naturschutzwartin aus dem Badischen will weiterhin wachsam bleiben.

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