Zeihen

Fahrende sorgen für Diskussionen in der ganzen Gemeinde

Auf einem Feld zwischen Zeihen und Bözen haben Fahrende ihr Lager aufgeschlagen. Nadine Böni

Auf einem Feld zwischen Zeihen und Bözen haben Fahrende ihr Lager aufgeschlagen. Nadine Böni

SP-Grossratskandidatin Colette Basler verpachtet ihr Land – die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

Acht Wohnwagen und ihre Bewohner sorgen in Zeihen derzeit für Gesprächsstoff. Auf dem Land von Colette und Markus Basler haben Fahrende ihr Quartier eingerichtet – mit Erlaubnis der SP-Grossratskandidatin. «Wir wurden von den Fahrenden angefragt. Traditionell sind wir eine gastfreundliche Familie. Es war ein Entscheid des Herzens», sagt Basler gegenüber der az. Polizei, Nachbarn und Gemeinderat habe sie über den Pachtvertrag mit den Fahrenden informiert.

Seit einigen Tagen wohnen die Fahrenden nun auf dem Areal im Gebiet Im Boden/Lindel. Es handelt sich um Spanier und Franzosen mit Wurzeln in Katalonien. Sie sprechen fliessend Deutsch und Französisch.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Reaktionen im Dorf nach der Ankunft der Fahrenden seien unterschiedlich ausgefallen, sagt Basler. Von «besorgt» bis «positiv». Das zeigt sich auch auf Facebook. Auf der Online-Plattform hat sich Basler diese Woche an die Zeiher und Bözer Bevölkerung gewandt und sie über den Besuch informiert. Neben vielen positiven Feedbacks findet sich auch eine kritische Stimme: «Bin gegen diesen Blödsinn», aber auch «Finde ich grossartig» ist zu lesen.

«Ich habe erwartet, dass es Reaktionen gibt und kann auch verstehen, dass sich einige Einwohner gestört fühlen», sagt Colette Basler. Das sei etwa der Fall gewesen, als Fahrende bei Anwohnern nach Wasser oder Duschen fragten. «Sollten weitere solche Anfragen kommen, denen ihr nicht entsprechen könnt, dürft ihr die Fahrenden gerne zu uns auf den Uelberg schicken», schreibt Basler dazu auf Facebook. «Wir behandeln sie als unsere Gäste und hoffen, dass sie sich auch als solche benehmen.»

Sie selber habe mit den Fahrenden bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. «Die Familien ihrerseits sind sehr gastfreundlich», sagt sie und erzählt, wie ihrem Vater sofort eine Erfrischung angeboten worden sei, als er in der prallen Sonne das Gras mähte. «Wenn man ihr Lager besucht, bekommt man auf jeden Fall etwas zu trinken und ein nettes Gespräch angeboten», so Basler.

Nachahmer nicht willkommen

Die Fahrenden werden rund zwei Wochen in Zeihen bleiben, bevor sie weiterziehen. Angst vor Zwischenfällen oder illegalen Aktivitäten hat Basler nicht. «Ich habe volles Vertrauen zu unseren Gästen», sagt Basler. «Wir sind in ständigem Kontakt mit ihnen.» Trotzdem: Auf Facebook schreibt sie auch diese Zeilen: «Leider können wir nicht garantieren, dass sich alle an die Regeln halten – so wie das kein Gastgeber oder Hotelier kann.»

Bei der Gemeinde hält sich die Freude über den Besuch in Grenzen. Die Information im Vorfeld sei «nicht ganz glücklich» gelaufen, sagt Gemeindeammann Christian Probst. «Jetzt hoffen wir, dass es keine Vorfälle gibt – und es vor allem eine einmalige Sache ist.» Denn Nachahmer, das macht der Ammann deutlich, wären «nicht im Sinn der Gemeinde».

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