In ihrer zur Hebebühne umgebauten Radlader-Schaufel hatten Roman Maier, André Maier und Simon Obrist sichtlich Spass: Hoch über der Marktgasse schweben, Fähnli aufhängen und schon einmal mit kräftigen Narri-Narro-Rufen die Passanten begrüssen. Diese lächelten kennerhaft zurück, wohl wissend, dass die fünfte Jahreszeit mit Riesenschritten kommt.

Viele hundert Meter Fähnli

Den Luxus eines angeschweissten Sicherungsgeländers hatten sie nicht von Anfang an. André Maier sagte, er kann sich noch an die Zeit davor erinnern. Wie schwierig und auch gefährlich es manchmal war, in der Enge der Schaufel zu hantieren, gerade bei Schnee und Eis. Aber am Samstagvormittag war es ja trocken und auch nicht allzu kalt. So konnten die drei das Chaos um ihre Füsse herum gut meistern – viele hundert Meter Fähnli-Schnüre und Lichterketten, die es zwischen den Häuserfassaden zu spannen galt.

Wie jedes Jahr war das Städtle wieder unter den Laufenburger Narren genauestens aufgeteilt. Das OK Städtlefasnacht hatte die Marktgasse der Narro-Altfischerzunft zugewiesen, die Fischergasse den Schlossbärghüülern, die Laufengasse den Tambouren, die Wasengasse den Barockern und die Fluhgasse den Stadthäxe.

Während in der Marktgasse dank Motorisierung die Fähnli schon recht früh hingen, ging es anderswo langsamer vonstatten. Hier mussten die Helfer weitgehend mit Leitern vorlieb nehmen: Anstellen, sicheren Halt finden, hochsteigen, Fähnli anbringen – das dauerte eben. Rund 80 Freiwillige waren im Einsatz, die Koordination des närrischen Deko-Spektakels hatten die Salmfänger inne. Wie jedes Jahr durchlebten Einsatzleiter Georg Jehle und Peter Schraner spannende Stunden. Wie hat das Material die Einlagerung nach Aschermittwoch überstanden? Leuchten die Farben der Fähnli noch? Wie viele der rund 500 Glühbirnen an den Girlanden müssen ausgetauscht werden?

Lagerung gut überstanden

Auch in Kaisten stand im Vorfeld des Samstags närrische Inventur an. Wie haben die Einzelteile von Mülleri, Haldejoggeli, Hurli und Tüttigrabenhund die Monate im Depot überstanden? So heissen die vier Figuren der Chaischter Fasnacht, die jetzt auf die Narren im Dorf hinunterblicken. Aber die Fasnachtsgesellschaft und die Prototype Chaischte konnten aufatmen – das närrische Material war noch in bester Ordnung. So dauerte es nicht lange, bis die vier anfangs nackten Stahlgerüste sich in die schaurig-schönen Originale der fünften Jahreszeit verwandelten.

Und während diese nach und nach zum Leben erweckt wurden, kletterten die Aktiven von Turnverein und Männerriege die Leitern hoch, um die Fähnli so anzubringen, dass sie in der turbulenten Zeit zwischen den drei Faissen auch oben hängen bleiben.

Und ganz gleich, welchem Verein die Helfer angehörten – in der Werkstatt von Eugen Rehmann konnten sich alle während des Einsatzes für die Fasnacht stärken – es standen Tee, Kaffee, Hefezopf und so manche hochprozentige Stärkung bereit.