Möhlin

Fabian Cancellara: «Das Fricktal ist hügelig, aber schön»

Im Gespräch plauderte Fabian Cancellara aus dem Nähkästchen – etwa, dass er E-Bikes mag. Und blickte weit zurück und auch voraus.  Fabio Baranzini

Im Gespräch plauderte Fabian Cancellara aus dem Nähkästchen – etwa, dass er E-Bikes mag. Und blickte weit zurück und auch voraus. Fabio Baranzini

Fabian Cancellara blickte bei seinem Besuch auf seine Karriere zurück – und auf Fahrten durch die Region.

Fabian Cancellara hat in seiner sechzehnjährigen Profilaufbahn unzählige Rennkilometer abgespult. Darunter natürlich auch viele auf legendären Strecken – seien es die grossen Pässe an der Tour de France oder die Pflastersteinpassagen bei den Frühjahrsklassikern, wo Cancellara grosse Erfolge feiern konnte.

Der ehemalige Radprofi nahm sich viel Zeit für Foto-Wünsche der Fans.

Der ehemalige Radprofi nahm sich viel Zeit für Foto-Wünsche der Fans.

Trotzdem kann sich der Berner auch noch immer sehr genau an seine Fahrten durch das Fricktal erinnern. Und zwar nicht nur an diejenigen im Rahmen der letztjährigen Tour de Suisse-Etappe mit Ziel in Rheinfelden.

«Ich bin bereits als Junior beim GP Rüebliland durch die Region gefahren und wenn ich mich richtig erinnere, nahm ich auch an einem Zeitfahren in Rheinfelden im Jahr 2000 oder 2001 teil», so Cancellara im Interview kurz vor seinem Auftritt an der «Spartacus Night» in Möhlin (siehe Box). «Die Region hier kenne ich gar nicht so schlecht. Es ist ziemlich hügelig und kann ganz schön anstrengend werden. Es ist aber eine sehr schöne Gegend, um Rad zu fahren.»

Cancellara, der E-Bike-Fan

Knapp ein Jahr, nachdem er in Rheinfelden die Ziellinie der Tour de Suisse-Etappe als 48. mit einem Rückstand von 1:23 Minuten passiert hatte, kehrte er am Dienstagabend ins Fricktal zurück. Im Steinlikeller in Möhlin liess er die rund 120 eingeladenen Gäste in einem längeren Gespräch an den wichtigsten Stationen seiner Karriere teilhaben und sorgte mit einigen amüsanten Anekdoten aus seiner Zeit als Radprofi für gute Unterhaltung. Cancellara plauderte aus dem Nähkästchen und outete sich dabei unter anderem als grosser E-Bike-Fan.

Nach der Gesprächsrunde nahm sich der vierfache Weltmeister und zweifache Olympiasieger Zeit für seine Fans. Geduldig schrieb er Autogramme – egal, ob auf Postern, Trikots oder Getränkebidons – und posierte für zahlreiche Erinnerungsfotos. Auch nach seinem Rücktritt ist der Berner bei den Radsportfans noch immer hoch im Kurs.

Cancellara, der Unternehmer

Auftritte als Markenbotschafter von «Trek», wie jener in Möhlin, gehören für Fabian Cancellara seit seinem Rücktritt vom Spitzensport zum Alltag. «Ich bin oft unterwegs und habe viele Termine, die mich auf Trab halten. Meine Agenda ist voller als während meiner Profikarriere», sagt der 36-Jährige lachend.

Neben den Sponsorenverpflichtungen absolviert Cancellara derzeit ein Zertifikationsprogramm an der Hochschule in St. Gallen und unternimmt seine ersten Gehversuche als Unternehmer. So hat er eine eigene Firma gegründet und organisiert in den nächsten Monaten unter dem Label «Chasing Cancellara» drei Radrennen, bei denen man ihn herausfordern kann.

Doch ganz so einfach wird es für die Teilnehmer nicht, den «pensionierten Radprofi» zu schlagen, denn Cancellara trainiert wieder regelmässig – auch wenn er es mittlerweile gemütlicher angehen lässt.

Cancellara, der Spezialist

Wohin Fabian Cancellaras zweite Karriere als Unternehmer führen wird, weiss er noch nicht. Um die Situation zu beschreiben, schaute er noch einmal weit zurück: «Am Anfang meiner Profikarriere hab ich gross erzählt, ich wolle mal die Tour de France gewinnen. Das hab ich ja bekanntlich nicht geschafft, dafür wurde ich über die Jahre zum Zeitfahr- und Klassikspezialist.» Genau diese Entwicklung stehe nun auch in seiner zweiten Karriere an. «Es wird sich erst mit der Zeit zeigen, worauf ich mich spezialisieren werde.»

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