Viele der rund 200 Beteiligten erfuhren erst am Ort des Geschehens, dass es sich «nur» um eine Notfallübung handelte. «Ob Übung oder Ernstfall – das spielt für uns überhaupt keine Rolle, denn wir geben im Einsatz stets alles», hielt ein Feuerwehrmann aus dem schweizerischen Rheinfelden gegenüber der Aargauer Zeitung fest.

Und wirklich, die Rheinfelder, die über das Wehr des neuen Kraftwerks an den Einsatzort fuhren, gaben alles. Vor allen Dingen viel Schlauch: 1,4 Kilometer lang war die Schlauchleitung, welche die Feuerwehr Rheinfelden vom Rheinufer oberhalb des neuen Umgehungsgewässers bis ins Evonik-Areal verlegte.

Immissionen wirken sich aus

Die Industrie am deutschen Rheinufer hat im Falle von Immissionen seit jeher Auswirkungen auf die Schweizer Seite Rheinfeldens. Deshalb ist auch der grenzüberschreitende Einsatz in einem Notfall wichtig. Wie ein Evonik-Sprecher noch vor der Alarmierung erwähnte, musste in den letzten Jahren auf dem 40 Hektaren grossen Werksgelände glücklicherweise noch nie ein Grossereignis bewältigt werden, obschon die Spezialchemie-Firma mit kritischen Stoffen wie Ammoniak und Salzsäure arbeitet.

Notfallübung der Feuerwehr in Rheinfelden

Notfallübung der Feuerwehr in Rheinfelden

Mit der Notfallübung wollte man Rettungs- und Löscharbeiten entsprechend einer Reallage entwickeln. Dabei ging es um die Überprüfung der Notfallplanung, um die interne, die externe und auch um die grenzüberschreitende Kommunikation. Es war zugleich ein Test für die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und letztlich auch eine Überprüfung der Löschwasserversorgung. So weit hat alles geklappt.

Turbolöscher mitt Düsentriebwerken

Die Werkfeuerwehr der Evonik setzte ihr eindrückliches Aerosollöschfahrzeug ein, das einzige seiner Art in Baden-Württemberg. Es hat 1,3 Millionen Euro gekostet. Zwei Strahltriebwerke sorgen für einen weitreichenden und daher wirksamen Löschwasserstrahl, wobei auch Schaum als Löschmittel eingesetzt werden kann.